EU-Parlament

Fingerabdruck für Arzneimittel und Apotheken Désirée Kietzmann, 27.04.2010 19:10 Uhr

Berlin - Rezeptpflichtige Arzneimittel sollen künftig so codiert werden, dass ihr Weg vom Hersteller bis zum Patienten lückenlos überwacht werden kann. Dafür hat sich der Gesundheitsausschuss im Europäischen Parlament (ENVI) ausgesprochen. Internetapotheken sollen ein europaweit einheitliches Qualitätssiegel bekommen. Reimporteure müssen bei der Umverpackung möglicherweise neue Regeln beachten.

„Die Abgeordneten haben mit großer Mehrheit für die Einführung von Sicherheitsmerkmalen für alle verschreibungspflichtigen Medikamente gestimmt“, teilte die SPD-Europaabgeordnete Dagmar Roth-Behrendt mit. Allerdings wird es, je nachdem wie anfällig bestimmte Arzneimittel gegen Fälschungen sind, auch Ausnahmen geben. Der offizielle Bericht der Ausschussabstimmung wird erst Ende der Woche erwartet.

Die Abgeordneten stimmten heute über die Teile des geplanten Pharmapakets ab, die die Bekämpfung von Arzneimittelfälschungen sowie die Pharmakovigilanz betreffen. Der Abschlussbericht wird dem Parlament vorgelegt, das schließlich über das Pharmapaket abstimmt.

Versandapotheken sollen künftig „auf der Startseite ihrer Internetseite ein Logo tragen, das die Kontrolle garantiert“, teilte der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese mit. Für die Verwendung des Logos soll eine besondere Autorisierung erforderlich sein. Den Vorschlag hatte der Gesundheitsausschuss in die Diskussion eingebracht, nachdem der Kommissionsentwurf des Pharmapakets das Internet unberücksichtigt gelassen hatte.

Die Reimporteure dürften die Ausschussabstimmung mit gemischten Gefühlen sehen: Zwar haben sich die Abgeordneten laut Liese gegen ein generelles Verbot von Reimporten ausgesprochen. Nach Angaben von Roth-Behrendt wurde allerdings dafür gestimmt, das Zerschneiden von Blistern beim Umverpacken zu untersagen.

Im Bereich der Pharmakovigilanz sollen die Beipackzettel von Arzneimitteln so überarbeitet werden, dass sie für den Patienten besser verständlich sind. Zudem soll die Verunreinigung des Trinkwassers mit Arzneimittelrückständen künftig stärker untersucht werden.

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