Schleswig-Holstein

Grüne Finanzministerin besucht Apotheke APOTHEKE ADHOC, 20.04.2017 15:27 Uhr

Kiel - Am 7. Mai kürt Schleswig-Holstein einen neuen Landtag. Apotheker Ulrich Ströh nutzt die heiße Wahlkampfphase: Er lud die grüne Spitzenkandidatin und Finanzministerin Monika Heinold in seine Kieler Belvedere-Apotheke ein. Dabei brach Ströh eine Lanze für Präsenzapotheken in ihrem Kampf gegen die Konkurrenz aus dem Internet. „Man hat nur ein Ohr bei den Politikern, wenn Wahlen anstehen“, so der ehemalige Vizepräsident des Marketing Vereins Deutscher Apotheker (MVDA).

Ströh streitet wie seine Kollegen für ein Rx-Versandverbot. „Das geht nur, wenn wir von der Basis über die Landespolitiker Einfluss auf die Bundespolitik nehmen.“ Bewusst habe er nur Bündnis 90/Die Grünen in seine Offizin gebeten. „SPD und FDP haben sich darauf festgelegt, den Rx-Versand nicht zu verbieten. Die Haltung der CDU ist sehr diffus. Die Grünen sind dagegen gerade in der Findungsphase. Hier können wir die Entscheidungsfindung beeinflussen, wenn wir zeigen, wie Vor-Ort-Apotheken arbeiten.“ Da gäbe es noch viel Wissen zu vermitteln.

Heinold brachte Marret Bohn, Fraktionssprecherin für Gesundheit und Soziales, und Parteisprecherin Claudia Jacob mit. Ströh gab dem grünen Trio einen intimen Einblick in den laufenden Betrieb und strich dabei die Alleinstellungsmerkmale einer Präsenzapotheke gegenüber der Konkurrenz aus dem Internet heraus. Dazu zählte er die schnelle Verfügbarkeit von Arzneimitteln, den Notdienst und die Ausbildung von PTA und PKA.

Zudem vermittelte der erfahrene Pharmazeut, dass auch seine Apotheke längst im digitalen Zeitalter angekommen sei: „Wir können die Verfügbarkeit von Arzneimitteln online prüfen, den Stand der Bestellungen nachhalten und Patientendaten verwalten.“

Im Gespräch mit den Landespolitikerinnen unterstrich Ströh seine Forderungen an die Politik, allen voran das Rx-Versandverbot. „Die Wettbewerbsbedingungen sind nicht gleich, wenn Versandapotheken aus dem Ausland Medikamente zu günstigeren Steuersätzen verschicken können.“ Das Argument fand vor allem bei der Finanzministerin ein offenes Ohr.

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