Arzneimittelpreise

Der Preis ist heiß APOTHEKE ADHOC, 22.05.2012 09:53 Uhr

Berlin - Im Streit um die Geheimhaltung von Arzneimittelpreisen haben die Krankenkassen einen Kompromiss angeboten: In der Lauer-Taxe soll demnach der Listenpreis stehen. Der ausgehandelte Erstattungspreis soll nicht veröffentlicht werden, aber als Grundlage für weitere Verhandlungen und Preisregulierungen dienen. Doch das System hat viele Stolperstellen.

Bei dem Streit geht es um Medikamente, die neu auf den Markt kommen und einen nachgewiesenen Zusatznutzen haben. Seit dem Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) müssen Pharmaunternehmen und Krankenkassen über den Preis solcher Medikamente verhandeln.

Union und Hersteller wollen die ausgehandelten Preise vertraulich behandeln. Da die deutschen Preise als Referenz für andere Staaten dienen, befürchtet die Industrie sinkende Preise in verschiedenen Märkten. Die Krankenkassen hingegen sehen die Geheimhaltung als Gefahr für ihre Einsparungen und prophezeien eine Preisspirale nach oben.

Jenseits der Debatte, ob eine Geheimhaltung sinnvoll ist oder nicht, gibt es bei der Umsetzung verschiedene Probleme, auch bei dem jetzigen Kompromissvorschlag der Kassen: Zunächst stellt sich die Frage, wie verbindlich der Preis in der Lauer-Taxe sein soll. Für die Apotheker ist diese Frage nicht unerheblich, denn der variable Teil des Apothekenhonorars beinhaltet 3 Prozent des Listenpreises.

Und auch die Ärzte, die zum wirtschaftlichen Verordnen angehalten sind, treffen ihre Entscheidung anhand des Listenpreises. Ein reiner Pro-forma-Preis, der in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Wert des Arzneimittels steht, bedeutet für alle Beteiligten einen Blindflug. Das wäre dann wie bei den Rabattverträgen, bei denen auch niemand die wirklichen Einsparungen kennt.

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Ältere Kommentare lesen 1 Kommentar
  • 8.September 2012, 07:46Uhr
    Community Mitglied

    #1ZESAR...

    ... war mir bislang nicht bekannt. Diese Zentralstelle verrechnet also die AM-Rabatte der Hersteller mit der PKV. Warum müssen wir Apotheker diese Leistung für die GKV honorarlos über unsere ARZs erbringen. Wir sollten uns dafür einsetzen, dass damit auch ZESAR beauftragt wird.