Der 25-Cent-Witz Alexander Müller, 24.07.2012 15:09 Uhr
Berlin - Das Apothekenhonorar soll auf 8,35 Euro angehoben werden. In der Summe geht die Regierung von Mehrausgaben von 190 Millionen Euro aus. Das klingt gewaltig und wird in der öffentlichen Debatte vermutlich schnell bekannte Reflexe auslösen: Die FDP eine Klientelpartei, die Apotheker eine übermächtige Lobbygruppe und so weiter. Darüber dürften sich die Apotheker aber weniger ärgern als über das Ergebnis der politischen Debatte. Denn nach allen Diskussionen um eine leistungsgerechte Vergütung sind 25 Cent ein Witz.
Pro Apotheke ergibt sich aus den Zahlen des Ministeriums rechnerisch ein Plus von rund 8600 Euro pro Jahr. Das reicht nicht im Entferntesten aus, um auch nur die AMNOG-Folgen auszugleichen. Dabei muss man noch nicht einmal über die tatsächliche Belastung aus gestutzten Einkaufsbedingungen spekulieren. Die Regierung hätte sich den Wert ihrer sogenannten Honorarerhöhung selbst ausrechnen können, wenn sie sich daran erinnert hätte, dass der Kassenabschlag um 30 Cent pro Packung erhöht wurde.
Hinzu kommt, dass die Apotheken seit nunmehr acht Jahren auf eine Anpassung ihres Honorars warten. Auf diese Zeit gerechnet ist die geplante Anpassung kaum noch spürbar. Schwer vorstellbar, dass sich eine gewerkschaftlich organisierte Berufsgruppe mit so einer Gehaltsentwicklung zufrieden geben würde.
Die Apotheken hatten versucht, ihre Ansprüche mit konkreten Zahlen zu belegen. Doch die Regierung wollte davon nichts wissen und hat die Berechnungen immer wieder angezweifelt. Umso spannender wäre jetzt eine detaillierte Begründung des Ministeriums zu den errechneten Zahlen gewesen.
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#3Nicht zu vergessen...
wenn der Fixzuschlag angehoben wird, statt den Kassenabschlag zu korrigieren, fallen dann nicht noch mehr MwSt. an? ca. 0,05 EUR/Packung sollten an die 30 Mio EUR im Jahr ausmachen, oder rechne ich falsch? Eins Schelm, wer böses dabei denkt... Im Übrigen könnte ich vor Wut in meine Tischplatte beißen, wenn irgendwer irgendwo noch immer standhaft beahuptet, dieses "Geschenk" sei Ausdruck von Klientelpolitik der FDP im Sinne der Apotheker. Lächerlich, dass wir uns dafür auch noch beschimpfen lassen müssen. Unsere Wut/Protest muss sich JETZT gegen die Politik wenden, gern auch mit maximal "lautem" Krach (Streik). Eigentlich sollte sich KEIN Apotheker diese Geringschätzung länger beieten lassen, nicht nur finanziell gesehen! Die "Figur" welche unsere Spitzenvertreter in den letzten Wochen und Monaten abgegeben haben, kann man später analysieren und eine Neustrukturierung einleiten. Meine Meinung dazu: Wir brauchen endlich Profis, die dann auch gern Geld kosten dürfen. Idealerweise erfolgsabhängig vgl. Boni der Krankenkassen...
#2FDP Klientel..
So aberwitzig der 25 Cent Vorschlag auch ist: ein Gutes hat die Spiegel-Online Diskussion ja auch: ES SCHADET DER FDP!
#1Spannend?
EIne "detaillierte Bgründung"?? Was soll das sein? "Wir haben erst gerechnet und die Berechnungen dann in die Tonne getreten und mit den Kassen die 25 Cent ausgekungelt, damit mit 2,30 Abschlag das Ganze dann wieder eben ist.. Das ist die wahre Begründung dieses verlogenen Packs.