Apothekenbetriebsordnung

BVDA unterstützt Videoapotheken Alexander Müller, 03.08.2010 15:33 Uhr

Berlin - Der Bundesverband Deutscher Apotheker (BVDA) befürwortet den Einsatz von Videoapotheken. In der Stellungnahme zur Novellierung der Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) werde man den Einsatz der sogenannten CoBox befürworten, teilte der Verband seinen Mitgliedern mit. Allerdings sollen für die Videoapotheken Auflagen gelten und ausländische Versandapotheken per Gesetz vollkommen aus dem Geschäft herausgehalten werden, fordert der BVDA.

„Wir werden dem Einsatz audiovisueller Technik bei der Beratung nur unter der Bedingung zustimmen, dass die räumliche Nähe zur betreibenden Apotheke gesetzlich festgeschrieben wird“, sagte BVDA-Geschäftsführerin Helga Fritsch gegenüber APOTHEKE ADHOC. Dies könne analog zur Regelung bei Filialen geschehen.

Für den BVDA ist wichtig, dass Videoapotheken an die niedergelassene Apotheke gekoppelt werden: „Es wäre der Super-GAU, wenn ausländische Versandapotheken auch Videoapotheken betreiben könnten. Dem muss das Bundesgesundheitsministerium einen Riegel vorschieben, damit nicht aus Pick-up-Stellen plötzlich etwas Tolles wird“, sagte Fritsch.

Videoapotheken sind aus ihrer Sicht ein deutlicher Fortschritt gegenüber Pick-up-Stellen, weil eine Beratung über eine Videokonferenz besser sei als am Telefon. Gerade in kleinen Ortschaften, in denen sich keine Apotheke mehr halten könnte, sei die CoBox die bessere Alternative, so Fritsch. Unter den geforderten Auflagen könnten die Videoapotheken aus ihrer Sicht Filialapotheken ersetzen. Der BVDA weist aber darauf hin, dass an den Videoapotheken keine Arzneimittelabgabe stattfindet.

Bei der CoBox handelt es sich um eine Kabine, in der Kunden über eine Videokonferenz Kontakt zu einem Apotheker aufnehmen können. Auch das Einlesen von Rezepten ist möglich. Die Auslieferung der Arzneimittel erfolgt per Botendienst oder Versandhandel. Sieben Apotheker in Hessen betreiben aktuell eine CoBox, eine Videoapotheke steht sogar in einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ).

Nicht alle sind begeistert von den Videoapotheken. Der Apothekerverband Westfalen Lippe (AVWL) hat seine Mitglieder schriftlich informiert, dass die Videoapotheken nach heutiger Rechtslage nicht zulässig seien. Auch das BMG teile diese Einschätzung. „Auch bestehen erhebliche Bedenken, ob der Betrieb einer solchen Videoapotheke den Anforderungen der Apothekenbetriebsordnung überhaupt entsprechen kann“, heißt es im Schreiben. Schließlich müsse das pharmazeutische Personal bei der Arzneimittelabgabe grundsätzlich körperlich anwesend sein.

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Ältere Kommentare lesen 4 Kommentare
  • 9.August 2010, 17:08Uhr
    Community Mitglied

    #4@ Redaktion

    Link-Funktion nicht möglich/gewollt ! doch URL-Nennung als Fußnote erlaubt ? zu FAZ-online-Quelle via (www.apointernetclub.blogspot.com)

  • 7.August 2010, 10:10Uhr
    Community Mitglied

    #3Vergangenheit + Zukunft der "deutschen" Apotheke ?

    @ Vor-Kommentator : bedenken Sie bitte ! deja vu ??? http://www.apothekenforum.com/htm/abdaorg.html ... und ... aus FAZ-online (hier via http://www.apointernetclub.blogspot.com ) " Patiomed heißt die Gesellschaft, die dafür kürzlich in Berlin gegründet wurde. Ausgeschrieben heißt das: Patientenorientierte Medizin. Das klingt fast so, als gäbe es das bisher nicht. Patiomed will sogar werden, was Apotheken in Deutschland verboten ist: eine Kette. Ziel sei der "Aufbau einer Marke für ambulante Versorgung", sagt Vorstandschef Thomas Gardain. Bis 2020 wolle man 100 MVZ tragen, betreiben oder unterstützen, sagt der Facharzt für Innere Medizin. In einem internen Strategiepapier ist auch die Rede von der "Wahrnehmung von Versorgungsaufgaben im Gesundheitswesen auch außerhalb der bisherigen Kernbereiche der Kassenärztlichen Vereinigungen". [...] Patiomed ist nicht irgendeine Geschäftsidee. Dafür bürgen schon die Eigner. 49 Prozent der Aktien hält die Apotheker- und Ärztebank, 24 Prozent der Deutsche Ärzteverlag, zwei Prozent eine Züricher Beteiligungsgesellschaft. Durchgerechnet 25 Prozent hält die KVmed GmbH. Dahinter stehen die Äskulap-Stiftung, die von Chefs von Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) als Privatleuten finanziert wurde, sowie der Verband privatärztlicher Verrechnungsstellen und der Klinikkonzern Asklepios. Gewinne der KVmed sollen nur "der Förderung der vertragsärztlichen Versorgung dienen". Spiritus Rector der Versorgungszentren in Ärztehand ist der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Köhler. Der sitzt auch im Aufsichtsrat der Apo-Bank, beaufsichtigt den Ärzteverlag und hat die Äskulap-Stiftung erfunden. " [ p.s. @ Redaktion : der FAZ-Link war zu lang für die Editierfunktion ]

  • 7.August 2010, 09:59Uhr
    Community Mitglied

    #2Vergangenheit + Zukunft der "deutschen" Apotheke ?

    @ Vor-Kommentator : bedenken Sie : deja vu ??? (www.apothekenforum.com/htm/abdaorg.html) aus http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~EFEA62299F5644344BEF29E2EEBBA1FE9~ATpl~Ecommon~Scontent.html " Patiomed heißt die Gesellschaft, die dafür kürzlich in Berlin gegründet wurde. Ausgeschrieben heißt das: Patientenorientierte Medizin. Das klingt fast so, als gäbe es das bisher nicht. Patiomed will sogar werden, was Apotheken in Deutschland verboten ist: eine Kette. Ziel sei der "Aufbau einer Marke für ambulante Versorgung", sagt Vorstandschef Thomas Gardain. Bis 2020 wolle man 100 MVZ tragen, betreiben oder unterstützen, sagt der Facharzt für Innere Medizin. In einem internen Strategiepapier ist auch die Rede von der "Wahrnehmung von Versorgungsaufgaben im Gesundheitswesen auch außerhalb der bisherigen Kernbereiche der Kassenärztlichen Vereinigungen". [...] Patiomed ist nicht irgendeine Geschäftsidee. Dafür bürgen schon die Eigner. 49 Prozent der Aktien hält die Apotheker- und Ärztebank, 24 Prozent der Deutsche Ärzteverlag, zwei Prozent eine Züricher Beteiligungsgesellschaft. Durchgerechnet 25 Prozent hält die KVmed GmbH. Dahinter stehen die Äskulap-Stiftung, die von Chefs von Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) als Privatleuten finanziert wurde, sowie der Verband privatärztlicher Verrechnungsstellen und der Klinikkonzern Asklepios. Gewinne der KVmed sollen nur "der Förderung der vertragsärztlichen Versorgung dienen". Spiritus Rector der Versorgungszentren in Ärztehand ist der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Köhler. Der sitzt auch im Aufsichtsrat der Apo-Bank, beaufsichtigt den Ärzteverlag und hat die Äskulap-Stiftung erfunden. " honi soit qui mal y pense ?

  • 4.August 2010, 12:01Uhr
    Community Mitglied

    #1Wie dumm muß man eigentlich sein .....

    ... wenn man sich letztlich selber überflüssig macht! Da zähle ich doch lieber auf individuelle persönliche Beratung - auch wenn's Mühe und Umstände macht. Ein guter Grund, aus diesem "Verband" auszutreten - oder diesem gar nicht erst beizutreten! Denn das ist nicht mehr die inhaber-geführte deutsche Apotheke, in der ich arbeiten möchte.