Ausschreibung

Bundestag sucht eigene Apotheke Alexander Müller, 20.08.2011 08:32 Uhr

Berlin - Der Deutsche Bundestag bietet Räumlichkeiten für eine Apotheke zur Vermietung an - bei sich im Haus. Interessenten können für den Standort Unter den Linden 69d - vis à  vis zum Brandenburger Tor - Gebote abgeben. Dafür müssen die Apotheker ein eigenes Konzept vorlegen und den Mietpreis selbst kalkulieren. Der Quadratmeterpreis in direkter Nachbarschaft zum Nobelhotel Adlon dürfte entsprechend hoch liegen. Dafür wirbt die Bundestagsverwaltung in der Ausschreibung mit Politikern als Kundschaft.

Die Geschäftsräume im Gebäude des Bundestages sind voraussichtlich ab November frei, die insgesamt 308 Quadratmeter verteilen sich auf Erdgeschoss und Galerie. Das Objekt soll zunächst für fünf Jahre vermietet werden. Zu DDR-Zeiten residierte hier das Ministerium für Volksbildung, schon 1993 hatte der Bundestag das Haus saniert. Weil sich der im Nutzungsvertrag vorgesehene Museumsshop im Erdgeschoss aus Sicht der Verwaltung immer mehr zu einem Souvenirladen gewandelt hatte, wird jetzt ein neuer Mieter gesucht.

Der Bundestag bewirbt sein Objekt so: „Es wird von Abgeordneten, den Fraktionen sowie der Bundestagsverwaltung genutzt und befindet sich in zentraler Lage mit unmittelbarer Nähe zum Hotel Adlon sowie zur französischen und britischen Botschaft.“ Die neue Apotheke sei aber auch für Passanten zugänglich.

Die Erwartungen an den künftigen Haus- und Hofapotheker des Parlaments sind hoch: „Der Deutsche Bundestag erwartet eine moderne Apotheke, die neben dem apothekenüblichen Sortiment und den dazugehörigen Dienstleistungen auch Hygiene-, Drogerie- und Kosmetikartikel anbietet und dem besonderen Standort gerecht wird.“

Damit sollte es die Apotheker vermutlich aber nicht übertreiben, falls MdB Daniel Bahr (FDP) vorbei schaut. Schließlich will sein Bundesgesundheitsministerium den Anteil nicht apothekenpflichtiger Waren in der Offizin auf ein vernünftiges Maß begrenzen, damit der Eindruck einer Apotheke erhalten bleibt.

Gebote können an das Referat Liegenschaften abgegeben werden. Eine Entscheidung über den neuen Mieter soll in den kommenden Wochen fallen.

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APOTHEKE ADHOC Debatte

Ältere Kommentare lesen 10 Kommentare
  • 22.August 2011, 19:54Uhr
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    #10Casting

    ... also, ich bin ja nicht für so ne Ausschreibung. Zum derzeitigen Niveau passt doch eher ein Casting á la DSDS - in dem Fall also Deutschland sucht den Superapotheker (DSDS - ups...). Anforderungen: er muss mit wenig zufrieden sein, den Politikern Honig ums Maul schmieren, Kosmetikprodukte feilbieten, Inko-Waren schön brav NICHT beliefern, Metoprolol-Rezepte der A(m)OK richtig taxieren können, sich von den Kassen auf der Nase herumtanzen lassen und bei der jährlichen Betriebsfeier des Bundestags als Clown verkleiden und zur Belustigung aller den Tanzbär geben... ... na, Kettenapotheker aus Holland und Pick-Up-Brüder... auf geht's! Für 5 Jahre Ruhm... fallen doch wieder ein paar unserem Stand in den Rücken...

  • 20.August 2011, 15:18Uhr
    Community Mitglied

    #9Am besten: Einen Souvenirladen mit einer "pick-up"-Stelle ....

    Dann könnten alle MDB-Entscheider endlich einmal das Ergebnis ihrer diversen Fehlentscheidungen hautnah erleben ........... Der Souvenir-Laden dürfte zudem einen höheren - und vor allem einen gesicherten (!) - Ertrag in den kommenden Jahren bringen. Könnte als bewußtes "negativ-Objekt" zudem ein interessantes PR-Projekt für die Modell-verliebte ABDA sein........... Eine Festlegung der Mindest-Mietdauer auf 10 (!) Jahre wäre ein interessante Option insbesondere für alle "Center"-Apotheken und deren Ketten-verliebten Vermieter ..........

  • 20.August 2011, 13:25Uhr
    Community Mitglied

    #8Aha,

    jetzt brauchen unsere Politiker neben einer U-Bahn schon eine eigene Apotheke. Ist wahrscheinlich zu lästig, jedesmal das Gejammere des Volkes in einer "richtigen" Apotheke ertragen zu müssen. "Das Objekt soll zunächst für fünf Jahre vermietet werden" - ist so eine kurze Mietzeit überhaupt genehmigungsfähig ?? Mal ganz abgesehen, dass sich die Investition dann innerhalb 5 Jahren rechnen muss!! Na, wenn das nicht nach Falle riecht...

  • 20.August 2011, 11:09Uhr
    Community Mitglied

    #7ein fall für die lobby

    Das wird eine politische Entscheidung. Ralf Daeinghaus bemühte sich angeblich seinerzeit auch persönlich um eine DoMo-Apo gegenüber dem BMGS...

  • 20.August 2011, 10:23Uhr
    Community Mitglied

    #6Verbranntes Geld!

    Hoffentlich finden sie keinen so Verrückten und kriegen gedanklich auch mal die Kurve, dass eine Apotheke nicht mehr die Goldgrube schlechthin ist. Obwohl, vielleicht opfert sich ja unser DocMorris Apotheker aus München wieder ;-)

  • 20.August 2011, 09:54Uhr
    Community Mitglied

    #5dann anders

    hie die Adresse für die Anfoderung der Unterlagen: Deutscher Bundestag Referat Liegenschaften und Gebäudetechnik (ZT 3) Platz der Republik 1 11011 Berlin

  • 20.August 2011, 09:46Uhr
    Community Mitglied

    #4Nachtrag

    kein fake hier der orginal link: http://www.bundestag.de/service/ausschreibungen/Inserat_Apotheke.pdf wir sollten alle die Unterlagen anfordern.

  • 20.August 2011, 09:29Uhr
    Community Mitglied

    #3das ist ja mal ein Angebot

    308 qm, in der Lage, bei einem Mietvertrag für 5 Jahre, da lohnt sich die Investition. Wäre vielleicht etwas für einen Apotheker aus dem Hause der ABDA, da hat man ja schon Erfahrung mit solchen Immobilien, außerdem wäre man noch näher dran.

  • 20.August 2011, 09:16Uhr
    Community Mitglied

    #2Ich würd mich freuen

    unsere Politiker als Kunden zu haben. Ich würde denen nach Möglichkeit jedes mal ein Präperat eines anderen Herstellers geben. Ach nein, unsere Damen und Herren Politiker sind ja selbstverständlich privat versichert. Was zahlt man denn dort pro Quadratmeter? Das wird schwer über 8,10€ bzw. 6,05€ pro RX Packung zu bezahlen...ich darf ja auch keine zu große Freiwahl haben...hmm schwierig.

  • 20.August 2011, 08:43Uhr
    Community Mitglied

    #1Aporpos Arzneimittelsicherheit,

    hatte vor Kurzem eine Kundin in der Apotheke, die für ihren Ehemann (AOK) sein Bisolich wie gewohnt abholen wollte. Gebe ich ihr ads Bisoprolol ct mit dem Hinweis (!!), dass das jetzt seit Juni eine andere Firma ist, aber das Gleiche und Unbedenkliche wie immer. Ruft mich später die Arztpraxis an, wieso ich auf ein Bisoprolol-Rezept ein Marcumar abgebe, das benötigt der Patient doch gar nicht (hat er noch!). Schlussletztendlich stellt sich raus, dass der Patient Marcuphen ct zuhause hatte, das bis auf ein paar Buchstaben identisch (!) aussieht wie Bisoprolol ct. Muss ich denn tatsächlich bei wirklich JEDER Rabattsvertragsabgabe prüfen, ob der Ehemann der Abholerin schon ein Rabattpräparat der selben Firma zuhause liegen hat, und wenn ja, wie soll das bitte schön fun ktionieren? Der Patient hat wegen dieser Rabattvertrags-Scheiße also tatsächlich Bisoprolol mit Marcumar verwechselt, und wenn er nicht glücklicherweise sein Bisolich vermisst hätte und deshalb nachgefragt hat, hätte er die tatsächlich statt Marcumar eingenommen. Was hat das mit Arzneimittelsicherheit zu tun, Herr Hermann und Herr AOK? Ihre Intuition mit dem Arzneimittelrückruf ist da gar nicht so schlecht, aber bitte für ALLE Rabattarzneimittel!

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