Drogenersatztherapie

ABDA: Nicht jede Apotheke kann Entzug Nadine Tröbitscher, 20.04.2017 15:10 Uhr

Berlin - Auch wenn die ABDA die geplante Änderung der Betäubungsmittelverschreibungsverordnung (BtMVV) begrüßt: Mischrezepte für den Substitutionsbedarf sowie die Verlagerung der Dokumentation werden nach wie vor für problematisch befunden.

Auf Apotheken, die Substitutionspatienten versorgen, könnte mit der neuen BtMVV ein erheblicher Mehraufwand zukommen, für den sie nicht entlohnt werden. Daher widerspricht die ABDA einer einseitigen Verlagerung der Pflichten der Ärzte auf die Apotheker. Dies betrifft vor allem den Dokumentationsaufwand bei gleichzeitiger Schaffung einer monatlichen Informationspflicht über die Nachweisführung. „Es bedarf daher in jedem Fall einer entsprechenden Honorierung des Mehraufwands für die Apotheken, der sich durch die vorgesehenen Änderungen ergibt“, schreibt die ABDA in ihrer Stellungnahme.

Zudem lehnt die ABDA die Aushändigung der Verschreibung an den Patienten mit Sichtbezug ab. Zu hoch sei das Missbrauchsrisiko, außerdem biete die Änderung Möglichkeiten für Manipulationen oder Rezeptfälschungen.

Im Bereich der Substitution kann sowohl eine Sichtvergabe beim Arzt oder in der Apotheke als auch eine Take-home-Bedarf verordnet werden. Mit der Novellierung der BtMVV soll letzterer auf 30 Tage ausgeweitet werden. Gleichzeitig kann der Arzt festlegen, dass dem Patienten an bestimmten Tagen das Substitut zum unmittelbaren Gebrauch in der Apotheke oder der Arztpraxis bereitgestellt werden muss.

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