Berlin

Kammer will keine Solo-Delegierten Lothar Klein, 17.07.2017 12:05 Uhr

Berlin - Die Berliner Apothekerkammer will die Hürden für die Wahl zur Delegiertenversammlung höher legen. Bewerber für die Wahl sollen künftig mindestens fünf Kandidaten aufstellen müssen. Das sieht der Vorschlag des Kammervorstandes vor. Dagegen regt sich Widerstand: „Fünf Kandidaten sind definitiv zu viel, diese Hürde ist zu hoch“, protestiert Kerstin Kemmritz von der Liste „Allianz aller Apotheker“ (AAA) an.

Anlass für die Satzungsänderung ist das Ergebnis der letzten Kammerwahl von 2015. Erstmals war die Liste „Apotheker/-innen aus Wissenschaft, Industrie und Verwaltung“ angetreten – vertreten durch Dr. Björn Wagner. Der Apotheker ist bei Pfizer tätig und wollte sich dafür einsetzen, dass auch die Interessen von Pharmazeuten außerhalb der öffentlichen Apotheke gehört werden. Wagner kritisierte in seiner Wahlwerbung, dass das Berufsbild in zunehmenden Maße auf das publikumsnahe Beschäftigungsfeld der öffentlichen Apotheke beschränkt werde.

Damit traf er offenbar einen Nerv: Aus dem Stand bekam er 213 Stimmen, das entsprach 11,6 Prozent und fünf Sitzen. Da Wagners Liste aber nur aus ihm bestand, erhielt sie auch nur einen Sitz. Die übrigen vier Sitze wurden an die anderen Listen verteilt. Dies führte dazu, dass die Liste von Kammerpräsident Dr. Christian Belgardt mit nur 46,4 Prozent die absolute Mehrheit erhielt, weil ihr zwei Sitze zugeschlagen wurden. Die Stimmen von Apothekern, die eigentlich Wagner gewählt hatten, landeten so bei anderen Listen.

Nach der Wahl wurde daher eine Arbeitsgruppe zur Reform der Wahlregeln eingesetzt. „Die Meinung der AG war, die Hürden niedrig zu halten“, sagt Kemmritz. Es gab den Vorschlag, nicht besetzbare Delegiertenplätze verfallen zu lassen. Damit wäre aber die Besetzung anderer Gremien erschwert worden. Schließlich einigte man sich laut Kemmritz auf den Vorschlag, die Hürde auf drei Kandidaten pro Liste festzusetzen. Außerdem solle die Zahl der Unterstützerunterschriften für ein Kandidatur von 25 auf 20 gesenkt werden.

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