Altarzneimittel

Bahr: Restmedikamente für Bedürftige APOTHEKE ADHOC, 19.04.2012 14:20 Uhr

Berlin - Einmal pro Woche behandelt Dr. Uwe Denker in der „Praxis ohne Grenzen“ in Bad Segeberg Patienten, die sich sonst keinen Arztbesuch leisten können. Doch die Versorgung mit Medikamenten ist ein Problem. Da Arzneimittel in Deutschland nicht gespendet werden dürfen, muss ein Großteil des Budgets auf den Arzneimittelkauf verwendet werden. Bei einem Besuch kündigte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) an, die Wiederverwendung von Restbeständen etwa aus Heimen zu erleichtern.

Seit Januar 2010 öffnet die Praxis jeden Mittwoch für mittellose Patienten ohne ausreichenden Krankenversicherungsschutz. Gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern kümmert sich der pensionierte Allgemeinmediziner um bedürftige Kranke, die aus ganz Deutschland in seine Praxis kommen.

Das Projekt wird ausschließlich über Spenden finanziert. Da die Zahl der Patienten zunimmt und zahlreiche Menschen mit schweren Erkrankungen zu den Besuchern zählen, entstehen die größten Kosten mittlerweile beim Einkauf von Medikamenten.

Denker und seine Mitstreiter fordern daher, dass unbenutzte, original verpackte Medikamente für die kostenlose Ausgabe an Bedürftige freigegeben werden. „Von den Herstellern bekommen wir ohnehin nichts. Uns geht es vor allem um nicht mehr benötigte Medikamente aus Altenheimen“, erklärt Denker. Die Weitergabe verhindert derzeit allerdings das Arzneimittelrecht.

Bei einem Besuch der Einrichtung hat Bahr dem engagierten Mediziner nun mitgeteilt, dass die Weitergabe von Arzneimitteln an bedürftige Patienten erleichtert werden soll. „Wichtig ist, dass der Apotheker vor Ort darauf schaut, dass Qualität und Sicherheit dieser Arzneimittel auch wirklich gewährleistet sind. Er übernimmt die Verantwortung dafür, dann werden die Patienten identifiziert, und denen können dann diese Arzneimittel durch den Apotheker zur Verfügung gestellt werden“, sagte Bahr gegenüber Reportern des NDR.

Nur Medikamentenspenden aus überwachten Einrichtungen wie Altenheimen sollen künftig an Bedürftige weitergegeben werden dürfen. Spenden aus Privathaushalten sollen dagegen verboten bleiben. Zu den Details gibt es im Bundesgesundheitsministerium (BMG) derzeit keine Aussagen.

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Ältere Kommentare lesen 11 Kommentare
  • 26.April 2012, 07:25Uhr
    Community Mitglied

    #11@ #7 Doch

    "Es ist nicht die Aufgabe des Staates, sich um Bedürftige zu kümmern. " Das ist zwar Ihre Sichtweise. Aber die muß nicht richtig sein. Wenn dem nicht so wäre, dass es auch Aufgabe des Staates ist, sich um Bedürftige zu kümmern, frage ich mich ganz besorgt auf was sich die Aufgaben eines Staates sich dann reduzieren. Nur um sich selbst zu kümmern, kann ja wohl nicht die Aufgabe eines Staates sein. Es ist nämlich erschreckend, an welchen Stellen sich der Staat aus der Verantwortung stiehlt, in dem er überall die Mittel kürzt und hofft es wird sich schon irgendwie regeln, indem jemand anderes die Verantwortung übernimmt. In dem Sachverhalt bei dem es hier geht, versucht der Staat sogar unter Missachtung bestehender Gesetzlichkeiten andere in die Verantwortung zu zwingen. Wenn dem Staat es so nicht gelingt, hat er ja noch die Möglichkeit von heute auf vorgestern die Gesetze und Regeln in seinem Sinne zu ändern.

  • 20.April 2012, 11:59Uhr
    Community Mitglied

    #10Falscher Ansatz !

    Wenn es gelänge, originalverpackte Arzneimittel, die keiner braucht, erst gar nicht zulasten irgendeiner Organisation zu liefern, wäre schon einiges erreicht. Die Packungen verlassen in vielen Fällen noch nichteinmal den "Einflussbereich" des liefernden Apothekers, der sie zurücknehmen könnte, wenn er sie den auch gutschreiben können würde. Viel Konjunktiv. Aber zwischen Apotheke und Grosshandel ist das Tagesgeschäft. Könnte man wirksam (!) sparen, könnte man auch großzüger werden, Herr Bahr.

  • 20.April 2012, 05:23Uhr
    Community Mitglied

    #9@Rolf Lachenmaier

    Da haben sie allerdings auch recht...

  • 19.April 2012, 23:38Uhr
    Community Mitglied

    #8@herr schmidt

    bei allem respekt hr. schmidt, aber glauben sie herr bahr "versteht", was er da von sich gibt? das ist doch nur ein mittel zum zweck, um sich mal auf kosten schwächerer zu profilieren. armes deutschland. das projekt ist, wie sicher viele andere auch, sinnvoll, nur sehr an der wirklichkeit vorbei. JEDER heilberufler wird gerne helfen, soweit es in seinen möglichkeiten steht, aber WIE soll ein apotheker die unbedenklichkeit von arzneimitteln garantieren, deren liefer- und verbleibskette er gar nicht kennt? er kann natürlich würfeln...

  • 19.April 2012, 21:04Uhr
    Community Mitglied

    #7@Jens Eggers

    "Wenn ein Bahr sowas für ein Modell für ein wohlhabendes Land (sind "wir" ja immer noch, auch wenn die Politik sich nach Kräften bemüht, dies zu ändern) hält, kommt mir das Frühstück hoch." Also mir kommt da kein Frühstück hoch. Ganz im Gegenteil. Wenn die Politik an die Eigenverantwortung - und dazu gehört auch, daß man Verantwortung für seinen Nächsten übernimmt - einfordert, finde ich das richtig und gut. Es ist nicht die Aufgabe des Staates, sich um Bedürftige zu kümmern. Das ist die Aufgabe eines jeden Menschen. Der Staat muß es nur tun, wenn wir es nicht selbst tun. Was der Herr Minister einfordert, sollte also eine Selbstverständlichkeit für einen jeden von uns sein.

  • 19.April 2012, 19:21Uhr
    Community Mitglied

    #6Haftung übernehmen

    für fremde Sachen, genau dafür sind wir Apotheker in den Augen dieses Wichtigtuers gut genug. Und eigenes Geld und unbezahlte Arbeitskraft investieren in unrentable Bereiche wie Notdienst, Rezepturen und BtM, dafür langt es gerade noch, wenn eine ApoBetrO uns vorschreibt, wie es geht. Für alles Andere gibt es Versand und Pick-Up. Warum läßt der gnädige Herr Minister die das eigentlich nicht machen ? Die haben doch extra Fachkräfte dafür ...

  • 19.April 2012, 18:25Uhr
    Community Mitglied

    #5.

    Wenn ich diesen grinsenden Ministerdarsteller betrachte, wird mir angesichst eines solchen Dritte-Welt-Szenarios schlecht. Wenn ein Arzt sich bemüht, unversicherte Patienten zu versorgen, ist das honorig. Wenn ein Bahr sowas für ein Modell für ein wohlhabendes Land (sind "wir" ja immer noch, auch wenn die Politik sich nach Kräften bemüht, dies zu ändern) hält, kommt mir das Frühstück hoch.

  • 19.April 2012, 16:48Uhr
    Community Mitglied

    #4Ich glaubs ja nicht.....

    am besten sollen wir Apotheker das noch zum Nulltarif erledigen....Aber mit GMS-Dokomentation und Prüfung !!!

  • 19.April 2012, 16:41Uhr
    Community Mitglied

    #3Super Ide Herr Bahr

    Kam die von ihrem bruder??? Ist der nicht Arzt? Sie sind auf dem Stand von vor 50 Jharen stehen geblieben!!! In meinen Heimen bleiben meistens Medikamente für Bluthochdruck oder Demenz übrig.............ich arbeite bei verschiedenen sozialen Einrichtungen mit.....was wir brauchen sind Verbandstoffe,Desinfektionsmittel, Salben für Hauterkrankungen, Wundversorgungen...die wenigsten "Bedürftigen" haben Diabetes oder Bluthochdruck weil sie sowieso abgehungert sind!!!! Natürlich gibt es auch hier wiede die Fraktion welche sich 2% der Rente spart und deswegen in die Praxis kommt....wenn es aber den Leuten so schlecht geht soll doch die Krankenkasse denen die Gebühren erlassen.Damit sie in einer normalen Praxis ordentlich versorgt werden und nachher ordentliche Medikament auf Rezept in der Apotheke kriegen! Ein verpacktes Lebensmittel welches aus dem Bewohnerzimmer zurückkommt muß im Heim vernichtet werden, und darf nicht wider verwendet werden! Aber Medikamente schon??

  • 19.April 2012, 15:24Uhr
    Community Mitglied

    #2"umfrage"

    bei allem respekt, liebe redaktion, bei diesen antwortmöglichkeiten kann doch nichts sinnvolles herauskommen. wie wär's damit: die gewähr übernimmt das bmg, dm und ein holländischer versender.

  • 19.April 2012, 15:10Uhr
    Community Mitglied

    #1"tolle" idee...

    und der apotheker garantiert dann für die unbedenklichkeit der altenheimprodukte und übernimmt die haftung. toller pr-gag, herr bahr. so sinnvoll manche initiativen von engagierten einzelkämpfern sind, so schwierig wäre die praxis. vielleicht findet sich ja auch ein pensionierter apotheker, der die kontrollfunktion übernimmt. evtl. machen das auch die samariter aus holland. na, pro-bonus, wie wär's?

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