Kommentar

AMG-Novelle: Die vergebene Chance Benjamin Rohrer, 25.06.2012 15:23 Uhr

Berlin - Elfmeter in der 89. Minute. Die Koalition läuft an, zielt – und schießt daneben. So wie Torjäger ihre Chancen vergeben, hat es auch die Koalition mit dem Apothekenhonorar gemacht. Auch wenn sich die Anpassung der Vergütung in der Öffentlichkeit nicht gut verkaufen lässt: Die AMG-Novelle wäre ideal gewesen, um sie umzusetzen. Die Koalition vergibt diese Chance – und wählt einen weitaus steinigeren Weg.

Die Politik tut sich schwer mit dem Apothekenhonorar. Hinter vorgehaltener Hand heißt es: Wenn der „Spiegel“ Union und FDP vorwirft, die Pharma- und Apothekenlobby zu beschenken, sinken die Chancen auf eine Erhöhung. Ein Jahr vor der Bundestagswahl will das niemand riskieren.

Dabei gab es im Bundestag den Willen, etwas für die Apotheker zu tun: Die Forderung der Union, den Abschlag auf Basis von 1,75 Euro verhandeln zu lassen, war richtig. Schließlich sollten die 2,05 Euro ein temporäres Sonderopfer sein. Auch die BtM-Gebühren – seit 1978 unverändert – erschienen CDU/CSU in ihrer Höhe nicht mehr „sachgerecht“.

Stattdessen wollen die Gesundheitsexperten von Schwarz-Gelb nun irgendwann das Fixhonorar erhöhen. Doch damit hat die Koalition eine gute Chance vertan: Bessere Honorare für Rezepturen, BtM-Abgabe oder Nacht- und Notdienste hätte man Patienten und Medien besser verkaufen können: Im Gegensatz zum Fixhonorar geht es dabei nämlich um nachvollziehbare Leistungen der Apotheker.

Eine Teilschuld trägt die ABDA: DAV-Chef Fritz Becker sieht die Priorität bei einer Anpassung des Fixums – und ausdrücklich nicht bei den Leistungshonoraren. Sollte das Fixhonorar tatsächlich angehoben werden, könnte es Vorwürfe hageln: Für die Politik, weil sie der Apothekerlobby Geschenke macht. Für die ABDA, weil sie im Vergleich zur ursprünglichen Forderung für die Apotheker nur einen Bruchteil rausgeholt hat.

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Ältere Kommentare lesen 11 Kommentare
  • 28.Juni 2012, 17:29Uhr
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    #11Zu 10

    es ist noch schlimmer, wenn wir so einen wie Montgommery hätten, würde man ihn nicht lassen, da er zu laut, zu unbequem, mit zu wenig Zurückhaltung agieren würde. Es ist schon eine Leistung, dieses dem Apothekerstand eigene Understatement. Das feinsinnige Abwarten, mit einem Lächeln übelste Grausamkeiten ertragen zu können, ohne mit der Wimper zu zucken sich in die Nächste Verhandlung zu begeben und wieder eine Klatsche zu kassieren, dabei niemals die einmal eingeschlagene Strategie zu ändern, obwohl sie nicht funktioniert. Ganz ehrlich, ich könnte das nicht aushalten.

  • 28.Juni 2012, 16:53Uhr
    Community Mitglied

    #10Zu 8

    "Dazu kommt, dass Becker zwar wieder gewählt ist, aber diese Mehrheit dafür doch keinen repräsentativen Rückhalt im Berufsstand wiederspiegelt, sondern nur der Ausdruck einer Rudelgesinnung ist. Becker ist nur Ausdruck einer Pseudodemokratie in unserem Berufsstand, in dem Oligarchen mehr oder minder schlecht herrschen. Ceterum censeo: Die demokratischen Strukturen müssen dringend geändert werden." Es wundert mich noch immer, dass auch unter den Apothekern die Mär umgeht, dass man mit "demokratischen" Struckturen mehr Erfolg einer Gruppe hat. Wer am lautesten schreit und die Medien auf seiner Seite hat, der wird gewinnen. Das beweißt doch die Furcht der MdB ´s vor SPIEGEL und Co. Was wir brauchen ist ein Montgommery, der prägnant immer wieder die Interessen der Ärzte vertreten hat. Aber solche Talente sind nicht nur bei den Ärzten dünn gesäht

  • 27.Juni 2012, 14:29Uhr
    Community Mitglied

    #9Ahh, jetzt ja.

    @Kollege Klotz: Sie meinen den Fritz, nicht den Florian, gelle? Jetzt hab' ich's geblickt.

  • 26.Juni 2012, 19:53Uhr
    Community Mitglied

    #8Schön, dass Sie sich geärgert haben,

    lieber Kollege Hansmann. Und auch Becker sollte sich ärgern. Sie beide gehören zu den Großkopferten in unserem Berufsstand und deshalb dürfen wir an Sie auch Ansprüche stellen. Oder haben wir da rohe Eier ins Rennen geschickt? Wäre die Berufspolitik ein Schachspiel, dann wären Sie alle, wie Sie da in der ABDA sitzen, jämmerliche Schachspieler. Und das seit wenigstens geschlagenen 10 Jahren. Selbst die Verhinderung des Fremd- und Mehrbesitzverbotes in Brüssel haben wir nicht der ABDA, sondern der Einsicht eines Mannes - Dank der Finanzkrise - zu verdanken, der begriffen hat, zu welchen Schäden Verantwortungslosigkeit führen kann. Es wäre nicht schlecht, wenn der Begriff "mea culpa" auch bei der ABDA mal langsam ankäme. Wenn Becker dazu nicht selbst in der Lage ist, einzugestehen, was er im Verhandlungsmarathon falsch gemacht hat, dann ist 1. keine Besserung in Sicht 2. wächst auch nichts an Sympathie nach. Dazu kommt, dass Becker zwar wieder gewählt ist, aber diese Mehrheit dafür doch keinen repräsentativen Rückhalt im Berufsstand wiederspiegelt, sondern nur der Ausdruck einer Rudelgesinnung ist. Becker ist nur Ausdruck einer Pseudodemokratie in unserem Berufsstand, in dem Oligarchen mehr oder minder schlecht herrschen. Ceterum censeo: Die demokratischen Strukturen müssen dringend geändert werden. Die Vertragsabschlüsse des DAV in der Vergangenheit, über die die Kollegenschaft zähneknirschend geflucht hat sind ja eine passende Vorgeschichte. Vielleicht hat Becker da sich das Verlieren ja antrainiert. Wenn Becker der politische Kopf für diese Verhandlung gewesen ist, dann trägt er auch die berufspolitische Verantwortung. Ja, die laste ich ihm an. Und ich will ihn in dieser Verantwortung nicht mehr sehen. Oder können Sie mir erklären, welche Vorteile es hätte, ihn in der Funktion zu belassen? Spätestens auf dem DAT sollte von den Delegierten sein Rücktritt gefordert werden. Aber natürlich gilt die Frage auch Ihnen: Wo liegt ihr persönliches mea culpa an dieser Situation.

  • 26.Juni 2012, 17:32Uhr
    Community Mitglied

    #7Gibt es eine "Initiative" des LAV Niedersachsen ............ ??

    @uwe hansmann Wann kommt IHR Plan "B" und - wie lautet er............... ?! Meine Präsenz lautet: - Demo vor dem Bundesrat - Sämtliche Ministerpräsidenten per mail angeschrieben - Mitglieder d GesundheitsAusschuß des Bundesrates angeschrieben - Präsenz / Stand zum Tag der Apotheke in der Detmolder Innenstadt - 620 x MdB's angeschrieben - 1416 x MdL's angeschrieben - 387 x MdL's per email angeschrieben - 540 Kunden-Unterschriften gesammelt und an den BMG geschickt - Offener Brief an den BMG und die deutsche Presse geschickt - ............ Kommen "sie" langsam in die Pötte mit "ihren" Verbänden ! www.apothekerprotest.de

  • 26.Juni 2012, 09:12Uhr
    Community Mitglied

    #6Unkalkulierbar

    Eine Erhöhung des Honorars ohne das der Apothekenabschlag als Verhandlungsausgangsbasis auf 1,75 Euro festgelegt ist, ist unkalkulierbar. Die Kassen werden eine eventuelle Erhöhung zum Anlass nehmen, erst Recht auf 2,30 Euro zu bestehen. Dann heißt es, wie gewonnen, so zerronnen. Und nach Außen werden Arzneimittel auch noch teurer. Das hätte Becker bedenken müssen. Das ist seine Aufgabe. Wenn man solche Dinge nicht leisten kann, stellt man sein Amt zur Verfügung.

  • 26.Juni 2012, 07:28Uhr
    Community Mitglied

    #5warum geht es nicht andersrum :

    1.die kassen wollen nicht mehr über den kassenrabatt verhandeln zitat vom 12. juni : Entsprechend sollten künftig Wirtschafts- und Gesundheitsministerium in regelmäßigen Abständen die Vergütung der Handelsstufen überprüfen und bei Bedarf nach den Grundsätzen der wirtschaftlichen Betriebsführung über die AMPreisV anpassen. steht im übrigen nicht genau diese passage schon im GMG von 2004 ?! daraus folgt: 2. die wirtschaftlichen rahmenbedingungen für einen kassenrabatt von 25 % sind nicht mehr gegeben, seit nur noch (theoretisch mögliche )3,05% rabatt vom großhandel gewährt werden dürfen. 3. 12% rabatt ,also ca. 0,97 € müssen den kassen reichen, mehr können die apotheken nach amnog nicht gewähren nach den grundsätzen der wirtschaftlichen betriebsführung. wer bekommt eigentlich irgendwo schon permanent 12 % ??!! 4. wichtig in der zeitung : die medikamentenpreise bleiben stabil und die patienten/kunden haben keine erhöhte zuzahlung 5. die apotheker bekommen eben nicht mehr geld -> auch wichtig für die medien ! 6. das geld, das die kassen durch rabattverträge in ungenannter höhe sparen , gehört eigentlich den versicherten- so wie damals die naturalrabatt-packungen der apotheken, als es noch nicht illegal war- jetzt wird es wieder zum wohl der versicherten eingesetzt - siehe punkt 4 irgendwie ist diese variante gar nicht mehr in der diskussion, nur noch die sog. honorarerhöhung nachtrag: 7. mwst auf rx runter auf 7 % , dann sparen die kassen sogar noch 8. durch den erhöhten gewinn vor steuern der apotheken kommt auch wieder ein teil (von 7. ) durch mehr steuern zurück ins staatssäckel.

  • 25.Juni 2012, 22:13Uhr
    Community Mitglied

    #4@3 Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil . . .

    das wäre sicher die richtige Antwort auf Ihren (geistigen) Erguß, Herr Kollege Klotz. So weit brauchen wir es aber gar nicht kommen lassen. Wenn sie sich den vorhergehenden Bericht von Florian Becker noch einmal vor Augen führen würden: Da steht die Antwort doch drin! "Es ist nachvollziehbar . . . dass Politiker mit einer Honoraranpassung zögern OBWOHL sie genau wissen, dass das dringend notwendig ist, wenn sie befürchten müssen, dann dafür im Spiegel zerrissen zu werden." Wollen Sie das im Ernst dem Kollegen Becker anlasten? Das ist doch wohl absolut billige Polemik. Nichts anderes. Es bleibt dabei. Nur Einigkeit hilft uns weiter und möglicherweise brauchen wir diese am Ende von ihnen allen via dem - von Kollegen Gunnar Müller genannten - Plan B. Wenn Sie richtig gelesen haben, werden Sie auch festgestellt haben, daß wir eben noch nicht am Ende des politischen Prozesses sind. Also: Wenn Sie der Sache dienen wollen, bleiben sie schlichtweg sachlich. das würde wirklich helfen. Mit freundlichen Grüßen Uwe Hansmann Stellv.Vorstandsvorsitzender LAV-Niedersachsen e.V.

  • 25.Juni 2012, 19:01Uhr
    Community Mitglied

    #3Das Mindeste,

    was jetzt fällig wäre, wenn Sie inder Industrie tätig wären, wäre eine Abmahnung mit Kürzung ihrer Boni, lieber Kollege Becker. Haben Sie eigentlich eine Vorstellung, was Ihr Versagen den Berufsstand täglich kostet? Sind Sie zu eitel und zu überheblich oder einfach nur berufpolitisch zu dumm, um erst einmal mit Notdientvergütung, BTM- Gebührenanpassung etc. über kleine Schritte die Politik und die Akzepanz auf den richtigen Weg zu lenken? Wenn die Politik Schiss hat, dann kann man keine Politik mit Stuhlgangsbeschleunigern machen. Mit Ihrer Strategie haben Sie dem Berufsstand noch einmal richtig eins reingewürgt. Und wenn Sie jetzt zu unentschlossen sind, Ihre Plakataktion in BW massiv aufzurüsten und übers Land auszudenhen, dann brauchen wir dringend einen anderen Kopf auf Ihrem Platz.

  • 25.Juni 2012, 17:38Uhr
    Community Mitglied

    #2Die Frage ist doch:

    Warum ist eine positive Darstellung der Apotheke und ihrer Leistungen einfach nicht möglich? Was läuft da schief? Es ist nachvollziehbar (wenn auch erbärmlich feige) dass Politiker mit einer Honoraranpassung zögern OBWOHL sie genau wissen, dass das dringend notwendig ist, wenn sie befürchten müssen, dann dafür im Spiegel zerrissen zu werden. Das oft beklagte Versagen der ABDA in der Honorarfrage ist also viel eher ein Versagen in der Öffentlichkeitsarbeit. Und wenn es da einen hauptamtlichen Fachmann gibt, der rundheraus erklärt, dass er nicht dafür da ist, mit der Apothekerbasis zu kommunizieren, sondern seine Aufgabe in der Betreuung von Journalisten sieht, dann muss derjenige sich halt an seinem Erfolg auf diesem Gebiet messen lassen.

  • 25.Juni 2012, 17:14Uhr
    Community Mitglied

    #1Der Mißerfolg ist ein Waisenkind ............... !

    Was also hilft das Lamentieren, Herr Becker !? MEINE Forderungen liegen allen Beteiligten - auch Herrn Bahr und allen deutschen Parlamentariern - und auch Ihnen und der ABDA auf den Tischen. Also: Jetzt muß Plan "B" folgen - und der reicht von: - B wie Bevölkerung aktivieren über - M wie Medienpräsenz erhöhen / schaffen bis - S wie Streik www.apothekerprotest.de

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