Apothekenhonorar

Adexa: 25 Cent reichen nicht für ApBetrO APOTHEKE ADHOC, 09.08.2012 18:32 Uhr

Berlin - Die Apothekengewerkschaft Adexa hat die vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) vorgelegte Verordnung zur Erhöhung des Apothekenhonorars als „ungenügend“ bezeichnet. „Es ist abzusehen, dass die Erhöhung nicht ausreicht, um die unter anderem durch die neue Apothekenbetriebsordnung gestiegene Arbeitsbelastung auszugleichen und angemessene Einkommen der rund 131.000 Apothekenbeschäftigten sicherzustellen“, heißt es in der Stellungnahme der Adexa gegenüber dem Ministerium.

Das BMWi hatte 29 Fachverbände gebeten, zu der Anpassung des Fixhonorars um 25 Cent bis zum morgigen Freitag Stellung zu nehmen. Um ihren Standpunkt zu verdeutlichen, stellt die Gewerkschaft eine exemplarische Berechnung einer Gehaltserhöhung an.

Demnach würde eine einmalige tarifliche Anpassung der Mitarbeiterhonorare um 3 Prozent die Apotheken 86 Millionen Euro kosten. Aber: „Bei einer Inflationsrate in 2011 von 2,3 Prozent und fehlender linearer Gehaltserhöhung in 2012 muss die Forderung der Gewerkschaft für das Jahr 2013 deutlich höher ausfallen.“

Das niedrige Einkommen der Apothekenmitarbeiter habe bereits dazu geführt, dass man eine tarifliche Vereinbarung über eine betriebliche Altersvorsorge abgeschlossen habe. Die Adexa weist zudem auf weitere Kostensteigerungen im Personalbereich hin: So müsse in den stetig steigenden Bedarf an Fortbildungen investiert werden.

Die Adexa sorgt sich auch um die Arzneimittelversorgung in ländlichen Regionen: Ohne eine kostendeckende Finanzierung werde sich das begonnene Apothekensterben verstärken, „gerade auch auf dem Land“. Niedrige Einkommen führten außerdem zu Nachwuchsmangel und einer Abwanderung in andere Branchen. Die Gewerkschaft fordert das BMWi daher auf, den Entwurf
nachzubessern.

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Ältere Kommentare lesen 5 Kommentare
  • 10.August 2012, 08:40Uhr
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    #5zur Gewerkschaft sag ich mal nichts,

    aber so mal nebenbei, schon mal einer etwas von der geharnischten Stellungnahme von ABDA und DAV im Namen seiner Mitglieder und den Massnahmen die entsprechend nächster Woche ausserhalb der Hinterzimmer losgehen gehört? Ich denke irgendwann ist Abgabetermin oder schaffen wir es zum gegebenen Zeitpunkt auf die erste Seite mit der Schlagzeile "Apotheker geben keine Stellungnahme zur geplanten Honorarerhöhung ab"

  • 10.August 2012, 07:46Uhr
    Community Mitglied

    #4Die rote Lampe...

    ... hätte schon 2004 brennen müssen, als die Apotheken großzügig auf 350 Mio verzichten durften! (Was wurde denn eigentlich damals von der Politik versprochen?) Das war damals der Anpfiff zur systematischen wirtschaftlichen Demontage der Apotheken. Nach 8 Jahren haben es dann alle endlich gemerkt was hier abgeht.

  • 9.August 2012, 21:37Uhr
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    #3Liebe Adexa,

    was habe ich als Inhaberin schon mit Ihren diskutiert (zuletzt auf der Interpharm in Frankfurt), dass Sie doch endlich mal Ihre Mitglieder a) vermehren müssen b) mobilisieren sollten, um GEMEINSAM für einen erhaltenswerten Beruf zu kämpfen!! Die Probleme von uns Inhabern sind doch beim Personal überhaupt nicht angekommen!! Als Gewerkschaft tragen Sie auch jetzt noch die Nase verdammt hoch und sind nicht in der Lage, die Zusammenhänge für die Angestellten plausibel darzustellen und auf die DRINGLICHKEIT der Lage hinzuweisen! Sie können sich ja gerne noch eine Weile Löckchen in die Haare drehen, wir werden bis zum bitteren Ende am Personal sparen, wenn SIE nicht endlich begreifen, wer Ihnen die Luft zum Atmen nimmt und wer eigentlich hinter Ihnen steht! Und stehen möchte!! Wir Inhaber waren ja zumeist auch mal angestellt!! Und wenn Sie 2013 die Löhne erhöhen, wird wiederum Personal auf der Strasse stehen, da gehe ich sogar eine Wette mit Ihnen ein!

  • 9.August 2012, 20:11Uhr
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    #2Zahlen sie 2000 Mark und kehren sie auf Start zurück

    Völlig richtig! Der Schmusekurs ist gescheitert. Und das war abzusehen! In dem Moment, wo Spahn die 25 Cent nannte, hätte die rote Lampe brennen und eine Mobilisierung der Mitarbeitermassen durch Adexa und ABDA gemeinsam zu ohrenbetäubenden Protestmärschen erfolgen müssen. Aber da verhandelte man ja lieber über die Apothekenbetriebsordnung und kloppfte sich auf die Schulter, dass es nicht noch schlimmer gekommen ist. ( ob Erleichterungen für Filialen nun teuflischer sind, als die Einführung eines Bürokratiekraken namens QMS sei dahingestellt)

  • 9.August 2012, 19:06Uhr
    Community Mitglied

    #1Liebe ADEXA,

    ich hätte durchaus Verständins für eine 15% Forderung für Apothekenmitarbeiter für 2013. Es ist beruhigend festzustellen, dass auch die ADEXA erkennt, dass die überwältigende Anzahl der Apothekeninhaber eine der Leistung und Ausbildung ihrer Angestellten nicht mehr schultern kann. Und das nicht erst seit AMNOG! Was können wir da jetzt GEMEINSAM machen? Informieren Sie sich über den Unmut ihrer Mitglieder direkt und befragen Sie sie, ob Sie gemeinsam mit den Inhabern eine Streikaktion durchzuführen würden. Es ist schlichtweg falsch von uns allen, diese Möglichkeit seit Jahren kategorisch auszuschließen. Selbst der größte Optimist muss doch erkennen, dass uns freiwillig niemand die Arbeit anständig bezahlen will. Oder sehe ich da was falsch?