Apothekenbetriebsordnung

ABDA geht auf Kontra-Kurs APOTHEKE ADHOC, 08.11.2011 18:32 Uhr

Berlin - Freitag in einer Woche müssen die Verbände ihre Stellungnahmen zum Referentenentwurf der neuen Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) abgeben. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) macht Druck: Wegen der übergeordneten politischen Bedeutung soll sich auch das Kabinett mit der ApBetrO befassen – am besten noch vor Weihnachten. Die Abstimmung mit den betroffenen Verbänden wurde im Vorfeld auf ein Minimum reduziert. Jetzt geht die ABDA auf Kontra-Kurs.

Seit heute morgen tagt in Berlin eine außerordentliche Mitgliederversammlung; die Sitzung dauert zur Stunde noch an. Während über Detailfragen diskutiert wird, besteht bei den großen Themen Einigung: Die geplanten Sonderregeln für Filialverbünde etwa lehnen die Apotheker ab.

Nachdem sich die ABDA mit einer Kommentierung zunächst zurückgehalten hatte, wird man in der Jägerstraße jetzt umso deutlicher: „Es darf keine zweitklassigen Apotheken geben“, so ABDA-Präsident Heinz-Günter Wolf. „Wer in eine Apotheke kommt, vertraut zu Recht darauf, dass er umfassend vorsorgt wird. ‚Ein bisschen Apotheke‘ geht nicht.“ So müsse jede Apotheke in der Lage sein, Rezepturen herstellen zu können. Die Ausrüstung dafür in Filialapotheken einzuschränken, sei keine sinnvolle Deregulierung, so Wolf: „Hier wird am falschen Ende gespart.“

Kontrovers diskutiert werden im Berufsstand die Themen Qualitätssicherung und apothekenübliche Waren und Dienstleistungen. Bereits bei der Sitzung des ABDA-Gesamtvorstands gestern gab es Debatten. Während einige Kammern eine weit reichende QMS-Pflicht fordern, halten insbesondere die Verbände höhrere Auflagen für schwer durchsetzbar. Im Mai hatte die Bundesapothekerkammer (BAK) einen Kompromiss beschlossen: eine QMS-Pflicht für alle Apotheken, aber ohne Zertifizierung. Laut Referentenentwurf müssen nur Apotheken, die Defekturarzneimittel, Sterilrezepturen herstellen oder maschinell verblistern, ein QM-System nachweisen.

Auch beim Thema Apothekensortiment gingen die Meinungen zuletzt weit auseinander. Insbesondere aus Westfalen-Lippe kamen Stimmen für mehr Freiheiten. Heute muss ein Konsens gefunden werden: In einer Woche muss die Stellungnahme verschickt sein.

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Ältere Kommentare lesen 13 Kommentare
  • 9.November 2011, 13:03Uhr
    Community Mitglied

    #1340 Jahre arbeiten

    Ja, ich war mit 26 fertig, auch nach Bundeswehr und nicht in Mindesstudienzeit. ;-) Zwar bin ich nicht gleich in die Apo, sondern erst mit 31, aber auch dann stehen mir noch knappe 40 Jahre Apotheke bevor. Rente mit 67 ist für uns doch illusorisch. Aber wir schweifen ab! Was TUT die Jägerstraße denn jetzt genau? Ein saftiges Schreiben an das BMG? Aufruf zu Demos? Politischen Willen akzeptieren und Lösungen für die Apotheken suchen? Hierzu vermisse ich noch Aussagen.

  • 9.November 2011, 13:03Uhr
    Community Mitglied

    #1240 Jahre arbeiten

    Ja, ich war mit 26 fertig, auch nach Bundeswehr und nicht in Mindesstudienzeit. ;-) Zwar bin ich nicht gleich in die Apo, sondern erst mit 31, aber auch dann stehen mir noch knappe 40 Jahre Apotheke bevor. Rente mit 67 ist für uns doch illusorisch. Aber wir schweifen ab! Was TUT die Jägerstraße denn jetzt genau? Ein saftiges Schreiben an das BMG? Aufruf zu Demos? Politischen Willen akzeptieren und Lösungen für die Apotheken suchen? Hierzu vermisse ich noch Aussagen.

  • 9.November 2011, 12:25Uhr
    Community Mitglied

    #11@ Steinzeit-Apotheke

    40 Jahre arbeiten ? Wo ist das Problem ? Ich war mit 25 fertig und das mit vorher 13 Monaten Zivildienst + 5 Monaten warten (wegen 13 Monaten) . Das nennt sich Regelstudienzeit. Manche "Vögel" schaffen das. Manche Vögel schaffen es erst mit langer Wartezeit (wegen schlechten Abi und schlechten Manieren ?) und vielen wiederholten Semestern halt erst mit 40 ? Dann kann man sich das natürlich schwer nachvollziehen. Liebe Apotheke Adhoc Redaktion : Kann man solche Kommentare und Kommentierende nicht löschen ?

  • 9.November 2011, 12:04Uhr
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    #10Agenda 15000

    Mögen täten sie schon wollen, aber trauen sie sich auch dürfen ??? So frech widersprechen auf einmal? Ich sehe in der anstehenden Entscheidung der Politik ein Signal für die Zunkunftsvorstellungen, die man von der deutschen Apothekenlandschaft hat. ("Agenda 15000"). Be- oder Entschleunigen der Zielerreichung-- das ist hier die Frage.

  • 9.November 2011, 11:45Uhr
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    #9Klare Stellungnahme

    Zur Stellungnahme meine vollste Unterstützung! Ich bin mal Zweckoptimist und hoffe, dass diese Ansicht nicht nur in gleicher Form der Politik so vorgetragen wird, sondern vielleicht sogar zu einer Korrektur führt.

  • 9.November 2011, 11:45Uhr
    Community Mitglied

    #8Klare Stellungnahme

    Zur Stellungnahme meine vollste Unterstützung! Ich bin mal Zweckoptimist und hoffe, dass diese Ansicht nicht nur in gleicher Form der Politik so vorgetragen wird, sondern vielleicht sogar zu einer Korrektur führt.

  • 9.November 2011, 11:08Uhr
    Community Mitglied

    #7Steinzeit - Apotheke zu 40 Jahre arbeiten

    Bitte nicht die guten Manieren vergessen.

  • 9.November 2011, 09:56Uhr
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    #6@ Dieter Dosket

    ... sehe ich genauso. Die WegDa wird weiter "Everybodys-Darling" spielen. Was haben sie zu verlieren? Die Patriarchen der WegDa interessiert der Apothekenalltag doch gar nicht!

  • 9.November 2011, 09:46Uhr
    Community Mitglied

    #540 Jahre arbeiten?

    Bist Du Vogel überhaupt schon Apotheker?

  • 9.November 2011, 07:35Uhr
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    #4der erste Kommentar

    von Herrn Wolf hörte sich aber anders an. Da war von "guten Grundsätzen" die Rede, wenn ich mich recht erinnere. Am Ende kommt es doch so, wie das BMG es geplant haben. Der Kommentar der ABDA: Es hätte ja viel schlimmer kommen können... Ich höre und sehe den Kommentar schon vor mir. Als junger Apotheker kann man doch nur verzweifeln, wenn man das noch 40 Jahre aushalten soll ;(...

  • 8.November 2011, 23:10Uhr
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    #3da wird

    da wird aber im Gesundheitsministerium das große Zittern einsetzen. Warm anziehen meine Damen und Herren, die abda bittet untertänigst um Kenntnisnahme, dass sie Bedenken hat.

  • 8.November 2011, 22:28Uhr
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    #2Flagge zeigen - aber auch durchhalten

    Gute, klare erste Worte aus der Jägerstraße. Nun ist es aber auch wichtig, diese Worte in Taten umzusetzen und gegenüber der Politik in Form des BMG Flagge zu zeigen. "An ihren Taten wirst du sie erkennen"

  • 8.November 2011, 18:48Uhr
    Community Mitglied

    #1Endlich klare Worte!

    Weiter so.

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