PHOENIX - Apotheken Management Center Regeneratio B12® APOTHEKE ADHOC Stellenmarkt
Wort & Bild Verlag
ACA Müller ADAG Pharma AG
APOTHEKE ADHOC - Quiz
Schweinegrippe-Impfung

Lauterbach: Regierung hat versagt

dpa, 20. Oktober 2009, 08:58 Uhr

  • "Katastrophale Informationspolitik": Der SPD-Gesundheitsexperte Professor Dr. Karl Lauterbach attackiert die Bundesregierung.Foto: Elke Hinkelbein
Anzeige Bewerben Sie sich jetzt!
Hamburg -

Der SPD-Gesundheitspolitiker Professor Dr. Karl Lauterbach hat dem Bundesinnenminister und der Bundeskanzlerin eine „katastrophale Informationspolitik“ bei den unterschiedlichen Impfstoffen gegen die Schweinegrippe vorgeworfen. Dieses „Versagen“ berge „medizinisch erhebliche Risiken und Nebenwirkungen“, sagte Lauterbach dem „Kölner Stadtanzeiger“.

Zwar gebe es faktisch keine Qualitätsunterschiede zwischen den bestellten Impfstoffen. Es sei „aber der verheerende Eindruck“ entstanden, solche Unterschiede existierten. Folglich könnten viele Menschen sich nicht impfen lassen. Dabei gebe es hinsichtlich der Schweinegrippe „keinerlei Grund zur Entwarnung“.

Der Vizepräsident der Bundesärztekammer, Dr. Frank Ulrich Montgomery, sprach in der „Frankfurter Rundschau“ davon, dass „die Bundesregierung durch ihren Dilettantismus ein fürchterliches Informationschaos“ angerichtet habe. Möglicherweise ließen sich infolge dieser Verunsicherung noch mehr Menschen nicht gegen die Schweinegrippe impfen. Montgomery schlug vor, die Impfstoffe zu tauschen. „Der Bund verwendet den normalen Impfstoff und stellt seine Dosen denen zur Verfügung, die das besser getestete Mittel verwenden sollten“, sagte Montgomery dem Blatt.

In der „Berliner Zeitung“ forderte Montgomery die Bundesregierung auf, „den für sie bestellten Impfstoff für Schwangere und Kinder zur Verfügung zu stellen und stattdessen den allgemeinen Impfstoff zu benutzen“. So könne Glaubwürdigkeit zurückgewonnen werden. Montgomery hält dem Blatt zufolge die Impfung nicht für absolut notwendig. Die Schweinegrippe habe sich als weniger gefährlich erwiesen als die normale saisonale Grippe oder die Vogelgrippe.

Eine Woche vor dem Start der Massenimpfung gegen die Schweinegrippe war die Bundesregierung am Montag dem Vorwurf einer Zwei-Klassen-Medizin entschieden entgegen getreten. Lediglich Soldaten, Bundespolizisten und Krisenstabs-Mitarbeiter erhielten Impfstoff ohne Wirkstoffverstärker - aber nicht, weil dieser weniger Nebenwirkungen hervorrufe, sondern wegen eines schon vor Aufkommen der Schweinegrippe geschlossenen Vertrags. Bundesweit begann am Montag in der Nähe von Dresden die Verteilung des Schweinegrippe-Impfstoffs mit den strittigen Verstärkerstoffen. Die Impfungen sollen am 26. Oktober beginnen.

Lesen Sie auch

Neuere Artikel zum Thema

Sie müssen sich zuerst anmelden um an der Diskussion teilnehmen zu können
Anzeige APO-Audit: Jetzt anmelden!

Newsletter

Newsletter kostenlos abonnieren

Anzeige
Jetzt verfügbar

Verkaufsstart von Regeneratio B12® Mehr

Kommentar

Der Wahn des Großkunden

Es ist das Mantra des Großkunden: Die Krankenkassen wollen ihren alten Apothekenabschlag von 2,30 Euro zurück. Mit dieser Maximalforderung geht der GKV-Spitzenverband in jede politische Debatte. Neu... Mehr

Facebook - Fanblock

Porträt

Der Tag der Apotheke

Am 10. September 1998 fand der Tag der Apotheke zum ersten Mal statt, damals unter dem Motto „Ihre Apotheke macht's möglich“. Seitdem informieren Apotheker jedes Jahr über verschiedene Themen. Die... Mehr

Weiteres