Der Wahn des Großkunden
Es ist das Mantra des Großkunden: Die Krankenkassen wollen ihren alten Apothekenabschlag von 2,30 Euro zurück. Mit dieser Maximalforderung geht der GKV-Spitzenverband in jede politische Debatte. Neu... Mehr
APOTHEKE ADHOC, 16. Januar 2012, 17:13 Uhr
In seiner aktuellen Ausgabe berichtet das Nachrichtenmagazin Spiegel unter der Überschrift „Die Vitamin-Lüge“ über den fehlenden Nutzen und die Risiken von Nahrungsergänzungsmitteln. Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Professor Dr. Karl Lauterbach, rechnet dabei auch mit Apothekern und Ärzten ab.
„Das Nicht-Wissen bei Ärzten und Apothekern schockiert mich immer wieder“, so Lauterbach im Interview. Ergebnisse aus der Wissenschaft kämen oft erst mit jahrelanger Verspätung bei den Praktikern an. „Ich treffe immer wieder auf Ärzte, die selbst noch Vitamin-E-Pillen schlucken, um Prostatakrebs vorzubeugen. Ein Wahnsinn!“
Auch Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) muss Kritik des SPD-Gesundheitsexperten einstecken: Bahr habe sich selbst als Vorsorgeminister dargestellt. „Der Gesundheitsminister sollte nicht mit Rücksicht auf eine kleine Lobbygruppe, die der FDP nahe steht, der Bevölkerung Risiken zumuten, die vermeidbar wären“, mahnte Lauterbach.
Hintergrund seiner Kritik ist eine aktuelle Studie des Schweizer Wissenschaftlers Professor Dr. Peter Jüni. Der Mediziner schätzt, dass der Konsum von Vitaminpräparaten in Deutschland „für mehrere tausend Todesfälle pro Jahr“ verantwortlich sein könnte.
Unterstützung erhält Lauterbach vom Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Professor Dr. Jürgen Windeler: „Das Schadenspotential bei langfristiger Einnahme kann man nicht mehr ignorieren. Ich wäre für ein Zulassungsverfahren oder zumindest für ausdrückliche Warnhinweise, damit Patienten wissen, auf was sie sich bei Vitaminpillen einlassen", sagte Windeler dem Spiegel.
apotheke adhoc Debatte 4 Kommentare
Mitdiskutieren#4 Vorschlag
Ich würde vorschlagen, dass Holger Schmidt mit K.Lauterbach diskutieret.
Da sind dann die richtigen zusammen
#3 Lauterbach - SETZEN, SECHS !
Was dieser unerträgliche Professor mit der Fliege komplett ignoriert: Die wirklich gefährlichen Vitaminpräparate kommen zu nahezu 100 % aus dem Ausland. Wir reden nämlich nicht über ein bisschen zuviel C oder E - sondern wir reden über Substanzen, die wirklich (noch ?) umstritten sind. Oder Nahrungsergänzungsmittel"chen", die aufgrund verkorkster Gesetzgebung (JA, die hat der Herr Professor Lauterbach mit verabschiedet) überall verkauft werden dürfen - siehe NAC im Drogeriemarkt. Diese Fakten wurden aber von den Medien leider nicht recherchiert - klar, sorgfältiges Arbeiten sucht man in den Sensationsmedien vergeblich. Zum Kotzen !!! Der einzige kleine Trost: In Umfragen geniesst dieser Lauterbach einen hundsmiserablen Ruf. SETZEN, SECHS !
#2 Es ist immer wieder erstaunlich .....
..... wie schnell es wissenschaftliche Einzelmeinungen zu großen Schlagzeilen schaffen. Herzlichen Dank Herr Lauterbach.
Damit ist Patienten unheimlich geholfen, wenn zu jedem Thema abwechselnd steht: Das ist gut und wichtig/ das ist gefährlich und schädlich.
Am besten mit Herrn Glaeske zusammen auftreten (eine laufende Einzelmeinung) und wieder erzählen das der Patient nach Ablauf des Verfalldatums das noch lustig weiter nehmen kann.
Dazu noch Forentrolle die Mineralwasser und NAC in der Einstufung als Arzneimittel gleich setzen.
Da darf jeder mal mitreden .... außer jemand mit Sachverstand. Das trübt die Atmosphäre.
Also ich schätze !!!! (macht der Jüni ja auch) das durch Vitaminpillen keiner stirbt, aber jeder 3,167273627`te länger lebt. Wer schätzt mit oder wie geht das so rein wissenschaftlich. Also ich schätze immer auf mindestens 10 Stellen nach dem Komma, ich bin ja seriös.
#1 Vitamine
Ich frage mich, warum man dann den Versandhandel überhaupt zugelassen hat (Parteifreunde des Herrm Lauterbach). Wenn selbst Vitamine derart giftig sind, dass sie für mehrere tausend Todesfälle / Jahr verantwortlich sind, so muss das erst recht für richtige Wirkstoffe gelten. Was denn jetzt: erst liberalisieren, dann zurückrudern, aber nur partiell? Da passt einiges nicht. Vitamine sind Biokatalysatoren, die der Körper nun mal braucht. Sie sind Teil eines schon sehr lange funktionierenden biochemischen Systems.
und jetzt will mir jemand erklären, Vitamine seien schädlich? Wenn dem so ist, dann aber Butter bei die Fische! Verbot des Versandhandels und der Freiverkäuflichkeit der Vitamine. Da das bestimmt nicht so stattfindet, finde ich diese Antivitamin-Argumentation mehr als lächerlich.
Und noch eins: Wer gegen Vitaminpillen ist, sollte wenigstens FÜR vitaminreiches Essen sein, d.h. Verbot von volksverdummender Reklame für Fast-Food. Denn Weissmehlprodukte sind nicht essentiell, auch Schweinefett ist es nicht. Vitamine aber schon. Nicht zu vergessen die Spurenelemente und andere essentielle Stoffe, die in orthomolekularen Produkten nicht fehlen.