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Schweinegrippe

Länder wollen Impfstoff stornieren

dpa, 30. Dezember 2009, 09:18 Uhr

  • Impfstoff als Ladenhüter: Die Bundesländer wollen wegen der Einmalimpfung ihre Pandemrix-Bestellungen halbieren.
Berlin -

Die Gesundheitsminister der Länder wollen nur noch die Hälfte der 50 Millionen bestellten Dosen des Schweinegrippe-Impfstoffs Pandemrix abnehmen. Das berichtet das Bielefelder „Westfalen-Blatt“. Da eine einmalige Schutzimpfung pro Person ausreiche, seien 25 Millionen Impfdosen genug, sagte der Thüringer Gesundheits-Staatssekretär Dr. Hartmut Schubert der Zeitung. Das hätten die Länder dem Hersteller GlaxoSmithKline (GSK) bereits mitgeteilt.

Bei der Bestellung von 50 Millionen Impfdosen sei noch von einer Zweifach-Impfung ausgegangen worden. Somit habe sich die Vertragsgrundlage für die Abnahme der 50 Millionen Dosen geändert, sagte Schubert. Bereits am 7. Januar würden die Länder mit GSK über die Reduzierung der Liefermengen verhandeln.

Laut Schubert wurden bis Ende Dezember 20 Millionen Dosen geliefert; die Impfquote liegt aber bei unter 10 Prozent. Ein Verkauf an andere Staaten ist laut Schubert bislang nicht zustande gekommen; selbst konkrete Verhandlungen habe es noch nicht gegeben. Derzeit führt Thüringen den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz der Länder; ab Januar übernimmt Niedersachsen.

Im Bundesgesundheitsministerium (BMG) bestätigt man gegenüber dem Blatt, derzeit Gespräche mit zehn Staaten zu führen. Zuvor hatte das BMG eine Wochenproduktion von 2,2 Millionen Dosen nach Osteuropa verkaufen wollen, der Deal sei aber geplatzt. Laut Ministerium liegt das wirtschaftliche Risiko bei den Ländern.

Das sieht man laut „Westfalen-Blatt“ auch im Entwicklungsministerium so: Wenn die Länder Impfstoff verkaufen wöllten, müssten sie mit dem Preis herunter gehen, zitiert das Blatt Staatssekretärin Gudrun Kopp. Außerdem gebe es Überlegungen, Impfstoff gratis oder als Sach-Entwicklungshilfe an die WHO abzugeben.

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