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Kostenerstattung

Krankenkassen gegen Vorkasse

Benjamin Rohrer, 06. Oktober 2010, 13:48 Uhr

  • Kostenerstattung birgt Gefahren: Die Krankenkasse sind gegen das Vorkassen-Prinzip für GKV-Versicherte.Foto: APOTHEKE ADHOC
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Berlin -

Der GKV-Spitzenverband hat sich gegen die Ausweitung der Kostenerstattung auf Ebene der Krankenkassen ausgesprochen. „Die Kostenerstattung ist ein Fremdkörper im System der gesetzlichen Krankenversicherung“, erklärte die Verbandschefin Dr. Doris Pfeiffer in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau (FR).

Die Kassen würden die Möglichkeit zur Kostensteuerung aus der Hand geben, wenn die Patienten direkt mit den Ärzten abrechneten. Auch für die Patienten entstünden zusätzliche Gefahren, warnte Pfeiffer. Mit Blick auf die zu erwartenden Kosten könnten einige Patienten Behandlungen hinauszögern. In diesem Fall würde die Krankheit verschleppt werden und es käme zu höheren Behandlungskosten.

Rösler hatte zuvor wiederholt darauf hingewiesen, dass die Kostenerstattung mehr Transparenz schaffe und der Patienten so mündiger werde. Pfeiffer wies jedoch auf die schon heute mögliche Ausstellung einer Patientenquittung hin - auch dadurch werde Transparenz geschaffen.

Pfeiffer schlägt Qualitätsvergleiche von Ärzten und Kliniken vor, um die Patienten durch das System zu lotsen. „Und mit dem mündigen Patienten ist das so eine Sache: Ein kranker Mensch beim Arzt kann über die Behandlung nicht verhandeln wie über eine Autoreparatur“, kritisierte Pfeiffer Röslers Argument.

Allein die Ärzte würden durch die Vorkassen-Regelung profitieren. „Menschen in Notlagen kann man natürlich leichter dazu überreden, unnötige Leistungen zu bezahlen, als die Krankenkassen in Verhandlungen auf Augenhöhe“, erklärte die GKV-Vorsitzende im FR-Interview.

Unterstützung erhielt Pfeiffer von Professor Dr. Norbert Klusen, Vorsitzender der Techniker Krankenkasse (TK). Auf dem Bundessymposium des Wirtschaftsrates der CDU sagte Klusen, dass die vermehrte Kostenerstattung in den Krankenkassen zu zusätzlichen Verwaltungskosten in Milliardenhöhe führen würde. Er wies darauf hin, dass die Privaten Krankenversicherungen durch die Kostenerstattung weitaus höhere Verwaltungskosten als die Krankenkassen hätten.

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