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Abrechnungskriminalität

KKH: Apotheker betrügen besonders oft

APOTHEKE ADHOC, 23. März 2011, 18:24 Uhr

  • Millionenschaden durch Betrug: Nach Ermittlungen der KKH-Allianz haben Apotheken besonders häufig falsch abgerechnet.Foto: APOTHEKE ADHOC
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Berlin -

Mehr als jeder dritte Abrechnungsbetrug geht auf Apotheker zurück. Zu diesem Ergebnis kommt die Krankenkasse KKH-Allianz in ihrem Bericht über Betrug im Gesundheitswesen. Im vergangenen Jahr entstand der Kasse demnach ein Schaden von insgesamt rund 2,1 Millionen Euro, 431.000 Euro entfielen auf Apotheken.

Besonders häufig reichten Apotheken so genannte Luftrezepte ein, sagte ein Kassensprecher. Die Apotheken rechneten dabei Arzneimittel ab, ohne sie abzugeben. Oft seien auch andere Arzneimittel als verordnet abgegeben worden, so der Sprecher. Das verbotene Stückeln habe ebenfalls zum Schaden für die Kasse beigetragen.

Den größten Schaden haben im vergangenen Jahr mit 953.000 Euro Ärzte verursacht. Apotheker folgten auf Platz zwei. Auf Leistungsmissbrauch durch Versicherte entfielen 189.000 Euro.

Das Team der Chef-Ermittlerin Dina Michels ging in 348 Fällen gegen Apotheken vor. 196 Mal wurde gegen Krankengymnasten und Physiotherapeuten ermittelt, 55 Mal gegen Ärzte. Zudem gab es 51 Ermittlungen wegen unzulässiger Zusammenarbeit und 43 im Zusammenhang mit Fahrtkosten.

Der Schaden 2010 ist laut KKH-Allianz der höchste jemals ermittelte Jahresschaden - die „Prüfgruppe Abrechnungsmanipulation“ war vor zehn Jahren eingerichtet worden. Die Kasse fordert erneut mehr Rechtssicherheit: Ein Straftatbestand „Betrug im Gesundheitswesen“ müsse geschaffen werden, um Betrug und Korruption besser eindämmen zu können.

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apotheke adhoc Debatte 3 Kommentare

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Community Mitglied 24. März 2011, 15:13 Uhr
Leider kann in unserer Gesellschaft

jeder mehr oder weniger unreflektiert alles von sich geben und gleich nach drakonischen Maßnahmen rufen.
Freie Meinungsäußerung ist sicher eine Errungenschaft, seine Meinung aber als Fakt darzustellen nicht rechtens.
Durch Stückeln entsteht kein Schaden, wem denn und in welcher Höhe?
"Besonders häufig" 348 Fälle von wieviel Verordnungen?
Rechtssicherheit? Wir haben doch einen Liefervertrag, der regelt das und damit auch die Rechtssicherheit. Schade ist nur, dass die Kassen permanent an den Verträgen herumdoktern und so die vermeintliche Rechtssicherheit wöchentlich neu definieren.

Community Mitglied 24. März 2011, 11:33 Uhr
Ooups..

Natürlich sind es nur 18 T€/Arzt

Community Mitglied 24. März 2011, 11:31 Uhr
Allerhand....!

Organisierter Missbrauch ist sicher ein Straftatbestand, der auch jetzt schon verfolgt werden kann und wird. Aber wenn man die 431 T€ auf 20.000 Apotheken umlegt, kommt man auf einen durchschnitt von gut 20 €/Apotheke. Selbst wenn man den Betrag auf die 348 Apotheken verteilt, gegen die ermittelt wurde, macht das rund 1200 € pro Fall aus, auch kein Betrag, hinter dem man gleich organisierten Betrug vermuten muss.

Bei den Ärzten verteilt sich gut 1 Mio auf 55 Fälle, das lohnt sich mit 28 T€/Fall schon eher.

Ich denke mal die Reataxationen wg. Datumsüberschreitung oder Falschbelieferung der Rabattverträge werden diesen Schaden mehr als wettmachen, bei voller Versorgung der Patienten.

Wenn uns diese Fehler, die wir i.d.R. auch voll tragen müssen bald als Tatbestand "Betrug im Gesundheitswesen" vor Gericht enden, na dann gute Nacht.

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