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meldung Gesundheitsfonds

Kassen verbuchen Milliardenplus

dpa, 10. März 2010, 14:58 Uhr

Berlin -

Die Krankenkassen haben das Krisenjahr 2009 mit einem Milliarden-Überschuss abgeschlossen - und stehen damit besser da als erwartet. Der neu eingeführte Gesundheitsfonds landete dagegen gleich im ersten Jahr seines Bestehens in den roten Zahlen. Dies geht aus vorläufigen Finanzergebnissen hervor, die das Bundesgesundheitsministerium (BMG) veröffentlicht hat.

Der Gesundheitsfonds, der den Kassen die Mittel zuweist, verbuchte ein Minus von 2,5 Milliarden Euro. Denn während die Kassen ihre Zuweisungen wie geplant erhalten, schlagen beim Fonds die krisenbedingten Beitragsmindereinnahmen voll durch. Die Krankenkassen konnten dagegen einen Gesamtüberschuss von 1,1 Milliarden Euro verzeichnen. Ausgaben von 171 Milliarden Euro standen Einnahmen von 172 Milliarden Euro gegenüber. Besonders deutlich fiel der Überschuss mit 770 Millionen Euro für den AOK-Verband aus. Als einzige Kassenart landeten die Ersatzkassen mit knapp 160 Millionen Euro 2009 im Defizit.

Die dem Volumen nach größten Ausgabesteigerungen für die Kassen gab es bei der ambulanten Behandlung (plus 7,4 Prozent je Versichertem auf 30,6 Milliarden Euro) und bei den Krankenhäusern (plus 6,6 Prozent auf 56,4 Milliarden Euro). Darin schlagen sich die Zusatzmittel aus der Honorarreform für die Ärzte sowie die um 3,5 Milliarden Euro aufgestockten Mittel für die Krankenhäuser nieder. Die Arzneimittelausgaben erhöhten sich um 5,3 Prozent auf 32,4 Milliarden Euro. Darin sind etwa 1,7 Milliarden Euro enthalten, die die Kassenpatienten als Selbstbeteiligung entrichten mussten.

Das BMG sieht durch die Entwicklung die Finanzlage der gesetzlichen Kassen „stabilisiert“. Im laufenden Jahr wird für die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) unter Berücksichtigung der Zuschüsse aus Steuermitteln ein Defizit von vier Milliarden Euro erwartet. Zu dessen Ausgleich haben erste Kassen bereits mit der Erhebung von Zusatzbeiträgen begonnen. Für den GKV-Spitzenverband sind die Zusatzbeiträge „die logische Konsequenz aus der Konstruktion des Gesundheitsfonds und kein Hinweis darauf, ob eine einzelne Krankenkasse gut oder schlecht gewirtschaftet hat“. Die Finanzlage in diesem Jahr sei „prekär“.

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