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Original-Rabattverträge

Kassen spielen mit Exklusivverträgen

Alexander Müller, 20. Juli 2011, 11:21 Uhr

  • Kurzfristig sparen: Die Krankenkassen schließen immer öfter Rabattverträge über Originale.Foto: Elke Hinkelbein
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Berlin -

Im Generikamarkt laufen die umsatzstarken Wirkstoffe bei fast allen Krankenkassen unter Rabattverträgen. Doch auch bei patentgeschützten Arzneimitteln spielen Vereinbarungen mit den Herstellern eine wachsende Rolle. Über mehr als 100 Präparate gibt es schon entsprechende Verträge. Während sich die Kassen schnelle Einsparungen erhoffen, hoffen die Pharmakonzerne auf verlängerte Abverkaufsfristen.

Nach Zahlen des Marktforschungsinstituts IMS Health lag der Umsatzanteil der Arzneimittel unter Rabattvertrag im April 2011 insgesamt bei 22 Prozent. Fast ein Drittel des Gesamtumsatzes von rund 500 Millionen Euro entfiel demnach auf patentgeschützte Arzneimittel. Die größten Umsatzbringer unter Vertrag sind Enbrel (Etanercept), Rebif (Interferon beta), Zyprexa (Olanzapin), Lantus (Insulin Glargin), Betaferon (Interferon beta). Allein auf diese fünf Produkte entfällt laut IMS fast die Hälfte der Umsätze in dieser Gruppe. So gut wie alle großen Krankenkassen haben Rabattverträge über diese Präparate geschlossen.

Bei der AOK sind IMS zufolge 18 Prozent der Packungen im patentgeschützten Bereich rabattiert. Es folgen die Barmer GEK mit 13 und die DAK mit 12 Prozent. Die Kassen können so schon während des Patentschutzes sparen und außerdem die Zeit bis zu einer Generikaausschreibung überbrücken.

Andererseits wird die Substitutionspflicht durch die Verträge ausgestochen: Für die forschenden Hersteller sind Rabattverträge interessant, weil sie sich damit auch nach Patentablauf einen Exklusivstatus sichern. Was heute geopfert wird, könnte sich morgen auszahlen. Über die Höhe der gewährten Rabatte herrscht Schweigen: „Das sind streng vertrauliche Vertragsinhalte, zu denen wir keine Auskunft geben“, heißt es etwa beim US-Konzern Lilly.

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