Der Wahn des Großkunden
Es ist das Mantra des Großkunden: Die Krankenkassen wollen ihren alten Apothekenabschlag von 2,30 Euro zurück. Mit dieser Maximalforderung geht der GKV-Spitzenverband in jede politische Debatte. Neu... Mehr
APOTHEKE ADHOC, 16. Februar 2012, 18:11 Uhr
Mit dem GKV-Finanzierungsgesetz war der Herstellerabschlag von 6 auf 16 Prozent erhöht worden. Zudem müssen sich die Hersteller seitdem an ein Preismoratorium halten. Das BMG hatte es nach einer Überprüfung zuletzt abgelehnt, den Zwangsrabatt wieder abzusenken oder das Preismoratorium aufzuheben. Das Ministerium begründete dies mit der konjunkturellen Unsicherheit und der erwarteten Ausgabenentwicklung der Krankenkassen.
„Die Gründe und Zahlen, die dieser Entscheidung zugrunde liegen, wurden mit uns nicht diskutiert“, sagt Pfundner. Die Bereitschaft des Ministeriums zu Gesprächen sei sehr gering. Der Verband möchte nun, dass das BMG alle Fakten, die dieser Entscheidung zugrunde liegen, zugänglich macht.
Mehrfach hatten die Pharmaverbände die Absenkung des Herstellerabschlags und Rücknahme des Preismoratoriums gefordert, weil es die wirtschaftliche Lage der Kassen aus ihrer Sicht erlaube. Die Regularien belasteten die Mitgliedsunternehmen bis 2013 mit 6 bis 8 Milliarden Euro, sagte der vfa-Chef.
Schon bald wird Pfundner die Gelegenheit haben, seine Ansichten der Politik persönlich vorzutragen: Die Unionsfraktion hat Vertreter des GKV-Spitzenverbandes, des vfa und des Institutes für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zu einem Expertengespräch eingeladen. Im März soll dann insbesondere über die Nutzenbewertung neuer Arzneimittel gesprochen werden. Nach den Äußerungen Pfundners zum Herstellerabschlag dürfte aber auch dies ein Thema sein.