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Krankenversicherungen

Gothaer: Apotheken-Klausel auf Standby

Patrick Hollstein, 06. Januar 2012, 14:11 Uhr

  • Marktkonforme Preise: Bei zwei Tarifen der Gothaer müssen Versicherte, wenn sie sich nicht an eine vorgebene Bezugsquelle für Arzneimittel halten, mit Abschlägen bei der Erstattung rechnen.Foto: Gothaer
Berlin -

Auch die privaten Krankenversicherungen würden gerne bei Arzneimitteln sparen. Doch das ist rechtlich wie organisatorisch nicht einfach. Die Gothaer hat sich daher etwas einfallen lassen: In zwei Tarifen bekommen Versicherte, die ihre Arznei- und Verbandmittel nicht über vorgebene Bezugsquellen beziehen, nur 80 Prozent erstattet. Ursprünglich hatte die Versicherung ein Auge auf Versandapotheken geworfen – doch derzeit steht das Projekt auf Standby.

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Vor fünf Jahren hatte die Gothaer die Klausel eingeführt; sie betrifft die Tarife MediVita und MediComfort. Prinzipiell werden die Kosten für verordnete Arznei- und Verbandmittel zu 100 Prozent erstattet; allerdings kann es passieren, dass die Versicherung Chronikern, die regelmäßig teure Arzneimittel verordnet bekommen, irgendwann eine Bezugsquelle für die künftige Versorgung mitteilt. Hält sich der Versicherte dann nicht an die Vorgabe, übernimmt die Gothaer nur 80 Prozent der Kosten.

Auf Nachfrage wollte sich die Gothaer nicht dazu äußern, mit welchen Partnern sie zusammenarbeitet. Vereinbarungen mit Versandapotheken seien eine Option, die derzeit aber überdacht werde, sagt ein Sprecher der Versicherung. Ein Bezug über eine Kooperationsapotheke sei dann sinnvoll, wenn es sich um nicht akut benötigte Medikamente handele: „Der Kunde wird bequem nach Hause beliefert und erhält einen Arzneimittel- und Wechselwirkungscheck, gerade bei Chronikern eine wichtige Beratungsleistung.“

Unter der Hand heißt es aus Köln, das Thema sei derzeit nicht aktuell. Man habe anfangs darüber nachgedacht, preiswerter bei Versandapotheken einzukaufen. Das Vorhaben sei aber nicht erfolgversprechend verlaufen; der Aufwand sei zu groß gewesen. Immerhin: Die Klausel steht – und könnte jederzeit wieder „scharf geschaltet“ werden.

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apotheke adhoc Debatte 2 Kommentare

Mitdiskutieren
Community Mitglied 06. Januar 2012, 15:51 Uhr
#2 Welche Rabatte

erhoffen sie sich denn? Bei Verbandsstoffen kann u.U. günstiger beliefert werden, aber bei RX-Arzneimitteln sind nicht die Apotheken, sondern die Pharmaindustrie der Ansprechpartner.

Oder es läuft wie #1 schreibt auf USt hinaus...

Community Mitglied 06. Januar 2012, 14:34 Uhr
#1 Sparen mit der Mehrwertsteuer

Unterm Strich dreht sich die Kostendämpfung doch mal wieder ausschließlich um den Differenzbetrag zwischen deutscher und niederländischer Mehrwertsteuer.

Wie lange will der deutsche Staat sich eigentlich noch verarschen lassen?

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