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Arzneimittelausgaben

Glaeske: Ärzte zu nah an Apotheken

APOTHEKE ADHOC, 03. September 2010, 11:51 Uhr

  • Monetik statt Ethik: Professor Dr. Gerd Glaeske ist ernüchtert von der Pharmaindustrie.
Berlin -

Der Bremer Gesundheitsökonom Professor Dr. Gerd Glaeske, unter Ulla Schmidt (SPD) Sachverständiger für Gesundheit, hält die Bemühungen der Bundesregierung, die Arzneimittelausgaben einzudämmen, für aussichtslos. „Die Pharmafirmen haben ganze Abteilungen, die sich nur damit beschäftigen, Lücken im Gesetz zu finden, durch die sie um die Preishürden herumkommen“, sagte Glaeske dem Weser-Kurier. „Die Phantasie der Branche ist da unbegrenzt. Was nicht verboten ist, wird gemacht.“

Glaeske ist deshalb überzeugt, dass die Politik die Arzneimittelkosten niemals in den Griff bekommen wird. „Die Pharmabranche wird sich immer wieder neue Umgehungsstrategien ausdenken, um die Medikamentenkosten in ihrem Sinne hoch zu halten.“ Die Branche lasse in dieser Frage jegliche Verantwortung gegenüber der Gesellschaft vermissen: „Monetik und Ethik sind für die Pharmaindustrie unvereinbare Begriffe.“

Er sieht jedoch auch die Ärzte in der Verantwortung. „Sie sind mit den Apotheken und den Pharmaherstellern viel zu eng verbunden“, sagt Glaeske. „Ärzte müssen bei der Medikamentenverschreibung auf mehr Qualität zu günstigen Preisen achten. Dieser Anreiz kann durch andere Honorierungssysteme deutlich erhöht werden.“ Glaeske fordert, dass jeder Arzt, dem nachgewiesen werden kann, dass er bewusst zu teure Medikamente verschreibt, mit einer Kürzung seines Honorars rechnen muss. „Jeder Euro kann im System nur einmal ausgegeben werden. Diesen Grundsatz müssen auch Ärzte beherzigen.“

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