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Großhandelsvergütung

Gezerre um Rabatte

Alexander Müller, 27. Juli 2010, 07:57 Uhr

  • Was kostet die Reform? Apotheker und Großhändler befürchten wegen der Umstellung auf eine Fixpauschale finanzielle Einschnitte.
Berlin -

Das Parlament ist in der Sommerpause, doch in Berlin wird weiter über das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) debattiert. Mit den aktuellen Plänen des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) zur Umstellung der Großhandelsvergütung sind Apotheker und Großhändler alles andere als zufrieden. Die auf beiden Seiten befürchteten Ausfälle drohen die Handelspartner zu entzweien: In der vergangenen Woche soll es bei einem Treffen zwischen dem Deutschen Apothekerverband (DAV) und dem Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels (Phagro) recht giftig zugegangen sein.

Derzeit ist im AMNOG eine Fixpauschale von 60 Cent pro ausgelieferter Packung plus einem prozentualen Zuschlag von 1,7 Prozent vorgesehen. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) will über die Honorarumstellung 350 Millionen Euro sparen. Die Einschnitte sollen sich nach dem Wunsch des Ministeriums gleichmäßig auf Großhandel und Apotheken verteilen.

Natürlich ist jede Seite bemüht, den Schaden in den eigenen Reihen gering zu halten. Jetzt geht das politische Gezerre los, vor allem weil die Branche höhere Ausfälle befürchtet als vom BMG geplant: Nach aktuellen Berechnungen des DAV müssten die Apotheken rund 600 Millionen Euro schultern, jede einzelne würde im Schnitt bis zu 30.000 Euro Rohertrag verlieren.

Auch die Großhändler bezweifeln die vom Ministerium errechneten Einsparungen: Im Vergleich zum aktuellen Vergütungsmodell gingen mehr als 400 Millionen Euro verloren, heißt es beim Phagro. Nach diesen Berechnungen müsste der Großhandel sogar den kompletten prozentualen Aufschlag für sich behalten, ansonsten würden die Ausfälle noch größer, so die Befürchtung.

Die Debatte ist auch deshalb so aufgeladen, weil die Großhändler im Rahmen der AMG-Novelle das Fixpauschalenmodell selbst vorgeschlagen hatten. Doch die Großhändler weisen den Vorwurf zurück, mitten in einer Spardebatte erneut nach einem neuen Vergütungsmodell verlangt zu haben. Man habe erst reagiert, als im BMG konkrete Zahlen kursierten, heißt es beim Phagro.

Das AMNOG soll im Herbst beschlossen werden und zur Jahreswende in Kraft treten. Nach der Sommerpause haben Apotheken und Großhändler bei der öffentlichen Anhörung noch einmal die Chance, ihre Anliegen vorzubringen. Bis dahin könnte es ungemütlich zugehen zwischen den Apotheken und ihren Lieferanten.

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