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Arzneimittelpreise

EU-Preisgefälle bei Arzneimitteln

Julia Pradel, 20. Februar 2012, 13:24 Uhr

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Berlin -

Die Pro-Kopf-Ausgaben für Arzneimittel variieren in den EU-Mitgliedstaaten erheblich. Dies ist das Ergebnis einer Metaanalyse verschiedener Untersuchungen im Auftrag des EU-Parlaments. So gab Griechenland 2008 mit 682 Euro pro Kopf mehr als dreimal soviel aus wie Polen (127 Euro). Deutschland liegt mit weniger als 500 Euro an vierter Stelle.

Eine Studie des britischen Gesundheitsministeriums von 2009, die das EU-Parlament aufgreift, zeigte zudem deutliche Unterschiede bei den Arzneimittelpreisen: Untersucht wurden die Preise in elf Ländern für einen „Warenkorb“ mit 150 führenden Originalpräparaten. Im teuersten Land – Deutschland – kostete dieser Korb 25 Prozent mehr als im günstigsten (Italien). Immerhin: In den USA war dieser Korb doppelt so teuer wie der EU-Durchschnitt.

Die Höhe der Arzneimittelpreise wird von zahlreichen Umständen beeinflusst. Als wichtige Faktoren sehen die Autoren der Studien das nationale Pro-Kopf-Einkommen und nationale Regulierungskonzepte zur Förderung von Generika oder zur Zuzahlung für Patienten. Die Rabattverträge haben der Studie zufolge zu deutlichen Preissenkungen geführt. Auch die Höhe der Mehrwertsteuer beeinflusst die Arzneimittelpreise: So reiche die Steuer von 0 Prozent in Großbritannien und Schweden bis zu 25 Prozent in Dänemark. Der Parallelimport hat laut Studie hingegen keinen wesentlichen Einfluss auf die Arzneimittelpreise.

Internationale Preisvergleiche werden in der Studie als wichtiges Regulierungsinstrument bezeichnet. Diese Methode wird von allen EU-Staaten genutzt, mit Ausnahme von Deutschland, Großbritannien und Schweden. Die Preisreferenzierung kann zwar deutlich zur Senkung des Preisniveaus beitragen, wird von den Autoren aber auch kritisch gesehen: Denn sie schaffe Verunsicherung bei den forschenden Unternehmen.

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