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Elektronische Gesundheitskarte

eGK teurer als geplant

dpa, 20. Juli 2009, 10:58 Uhr

  • Teurer als geplant: Die elektronische Gesundheitskarte wird nach Schätzungen der Gematik 1,6 Milliarden Euro kosten.
Berlin -

Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) wird voraussichtlich weit teurer als geplant. Das Gesamtprojekt werde inklusive der dahintersteckenden Technik einen hohen einstelligen Milliardenbetrag kosten, sagte der Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein, Dr. Franz-Joseph Bartmann. Die Betreibergesellschaft Gematik geht von Investitionskosten für Karte und erste Online-Anwendungen von bis zu 1,6 Milliarden Euro aus.

Nach dem Beschluss für die Karte hatte das Bundesgesundheitsministerium 2004 die Kosten auf rund eine Milliarde Euro beziffert. Ein Sprecher der Gematik sagte, für den ungünstigsten Fall seien dann Kosten von 14,1 Milliarden Euro veranschlagt worden. Allerdings könne die Karte durch schlankere Abläufe längerfristig auch 14,3 Milliarden Euro einsparen.

Nach jahrelangen Verzögerungen erhöhten die Kassen den Druck auf die Mediziner. „Wir erwarten von den Ärzten, dass sie die Chancen der Karte nutzen und ihren Teil dazu beitragen, dass die Versorgung der Versicherten endlich im 21. Jahrhundert ankommt“, sagte die Vorsitzende des Kassen-Spitzenverbands, Dr. Doris Pfeiffer. „Die Karte hätte schon längst kommen müssen“, sagte Wilfried Jacobs, Chef der AOK Rheinland/Hamburg - der größten Kasse der Startregion.

Zankapfel ist die Online-Anbindung, mit der Patientendaten papierlos verschickt werden sollen. Jacobs warnte: „Wenn die Online-Anbindung von der Entscheidung des einzelnen Arztes abhängt, ist die Karte in ihren Möglichkeiten dramatisch beschränkt.“ Nötig sei die Möglichkeit zum elektronischen Rezept und zur elektronischen Patientenakte. Die Ärzte protestieren dagegen, dass sie sich schon mit der Anschaffung eines Lesegeräts zum späteren Online-Anschluss verpflichten sollen.

„Wann für jeden Arzt der richtige Zeitpunkt ist, mit seiner Praxis in die neue Technik und damit in eine neue Form der Versorgung einzusteigen, kann in der Startphase nur der Mediziner selbst entscheiden“, räumte Pfeiffer ein. „Ist diese Aufbauzeit der Telematik-Infrastruktur in einer Region jedoch abgeschlossen, wird die Teilnahme an der neuen Versorgungsstruktur verpflichtend sein.“

Am 1. Oktober werden alle gesetzlichen Kassen in Nordrhein mit dem Versand beginnen, wie Jacobs bekräftigte. 2010 sollen laut Gematik schrittweise möglichst alle rund 70 Millionen Versicherten in Deutschland die neue, mit Foto ausgestattete Karte bekommen. Sie trägt zunächst die zentralen Personendaten und soll von 2010 an nach und nach auch zum papierlosen Verschicken von Patientendaten verwendet werden.

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