Der Wahn des Großkunden
Es ist das Mantra des Großkunden: Die Krankenkassen wollen ihren alten Apothekenabschlag von 2,30 Euro zurück. Mit dieser Maximalforderung geht der GKV-Spitzenverband in jede politische Debatte. Neu... Mehr
APOTHEKE ADHOC, 30. September 2010, 14:37 Uhr
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sieht bei den Apotheken noch Einsparpotenzial. In ihrer Stellungnahme zum Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) fordern die Arbeitnehmervertreter die Rückkehr zum Kassenabschlag von 2,30 Euro. „Der höhere Abschlag hat die Apotheken in der Vergangenheit auch nicht in den Ruin getrieben“, begründete ein DGB-Sprecher die Forderung gegenüber APOTHEKE ADHOC. „Die Rückkehr zu 2,30 Euro Kassenabschlag ist keine existenzbedrohende Maßnahme.“
Die Apotheker hätten vor der Absenkung schließlich auch nicht geklagt. Es gebe daher aus Sicht des DGB noch Wirtschaftlichkeitsreserven, die der Gesetzgeber heben solle. Bei allen Leistungserbringern müsse gespart werden, so der Sprecher. Aus Sicht des DGB wurden die Apotheken bislang verschont. Sollte der Gesetzgeber hier nicht sparen, betreibe er „Klientelpolitik zugunsten der Apotheker“.
Das „Überangebot an Apotheken, insbesondere im urbanen Raum“ weise auf Wirtschaftlichkeitsreserven im Apothekenbereich hin, so der DGB in seiner Stellungnahme. Der Hinweis beziehe sich auf die Ungleichverteilung der Apotheken zwischen Stadt und Land, so der Sprecher.
Arbeitsplätze sieht der DGB durch seine Forderung nicht gefährdet. Mit den Auswirkungen der Umstellung der Großhandelsvergütung habe man sich bislang allerdings noch nicht beschäftigt, räumte der Sprecher ein.
apotheke adhoc Debatte 3 Kommentare
MitdiskutierenDGB-Überangebot von Apotheken
Hier spricht der Patient: Soviel Schwachsinn wie zu diesem Thema in den letzten Wochen und Monaten von allen möglichen Uninformierten geschrieben wurde ist nicht mehr zu ertragen. Jedes Rezept kann nur einmal eingelöst werden, auf welche Anzahl Apotheken sich dies verteilt, ist somit unbedeutend. Alles andere was der "Kunde" Patient in der Apotheke bezieht muss er aus eigenener Tasche bezahlen und hat niemanden der Besserwisser zu interessieren. Unser System ist einmalig und mit der "Apotheke um die Ecke" sollte dies auch nicht geändert werden. Also Schluss mit diesen populistischen Dümmlichkeiten.
Erst informieren, dann agitieren
Es hat den Anschein, dass der DGB Apotheken für Ein-Mann-Unternehmen ohne Angestellte hält. Dass die Einsparungen sich vor allem bei den Mitarbeitern auswirken werden, ist für ihn kein Thema. Offensichtlich kennt sich der DGB mit der Materie nicht wirklich aus und sollte sich besser zurückhalten, statt die Interessen der ArbeitnehmerInnen in den Apotheken, aber auch die Interessen der Patienten und Apothekenkunden zu torpedieren.
Die Gewerkschaft der Apothekenangestellten, ADEXA, ist jedenfalls anderer Meinung als der DGB: Ebenso wie die geplanten Kürzungen beim Großhandelsrabatt, die letztlich an die Apotheken weitergereicht werden, gefährdet ein höherer Abschlag Arbeitsplätze und führt zu schlechterer statt besserer Beratung.
Arbeitsplätze ohne Wert?
sind denn den "alten Männern" vom DGB qualifizierte Arbeitsplätze für junge Frauen in Apotheken, die sogar oft familienfreundlich gestaltet werden, egal??
Oder sucht der DGB neue Positionen für "altgediente DGB Männer" im Aufsichtsrat einer Apothekenkette????
Steinkühler und Kollegen sind nicht vergessen!