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Gesundheitsausgaben

BMG kontert Standard & Poor's

Benjamin Rohrer, 23. Februar 2012, 13:27 Uhr

  • Keine Kompetenz? Das BMG findet, dass die Ratingagentur Standard & Poor's Expertise in der Gesundheitspolitik hat.Foto: Funky Tee
Berlin -

Weltweit zittern die Regierungen, wenn eine der großen Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit eines Landes herabstuft. Standard & Poor's warnte Deutschland Anfang Februar vor dem Verlust des Top-Rankings „AAA“. Auch um die Gesundheitsausgaben machen sich die Finanzprüfer Sorgen. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) reagiert verärgert und zweifelt die Kompetenz der Kritiker an.

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„Stetig ansteigende Gesundheitsausgaben werden die öffentlichen Finanzen in den kommenden Dekaden stark belasten. Wenn die Regierungen ihre Sozialsysteme nicht ändern, werden sie aus der Sicht der Prüfer von Standard & Poor's nicht mehr haltbar sein“, heißt es in dem Gutachten, in dem die Sozialausgaben der 20 größten Industrieländer der Welt bis zum Jahr 2050 simuliert wurden. Der Studie zufolge werden die Ausgaben für Renten, Arbeitslosigkeit und Gesundheit unter anderem in Deutschland am schnellsten anwachsen: um 6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP).

Interessant sind die Forderungen der Finanzprüfer: Das Gesundheitssystem müsse „rationalisiert“ werden, ein Beispiel sei die Senkung der Kosten bei Arzneimittelverordnungen. Zudem schlägt Standard & Poor's vor, die Sozialsysteme durch einen größeren Anteil von privaten Geldern zu finanzieren. Schließlich müssten die „Umfänge und die Großzügigkeit“ der Kostenübernahme reduziert werden.

Ulrike Flach (FDP), parlamentarische Staatssekretärin im BMG, weist die Forderungen zurück: „Ich glaube nicht, dass wir hierzulande solche Ratschläge wirklich brauchen“, sagte Flach in einem Interview mit der Fachzeitschrift „Die GesundheitsWirtschaft“. Und fügte hinzu: „Und ich bezweifle auch, dass Standard & Poor's die nötige Expertise besitzt, um solche Ratschläge zu erteilen.“ Ohnehin könne sie keinen Einfluss der Ratingagenturen auf die Gesundheitspolitik erkennen.

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apotheke adhoc Debatte 9 Kommentare

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Community Mitglied 25. Februar 2012, 20:55 Uhr
#9 @Steffen Beyer

"hat fast alle deutschen (europäischen) Lebens- und Rentenversicherungen rückversichert. HRE weg private Renten-/Lebensversicherung weg."

Da irren sie sich. Um Rückversicherung ging es nicht. Richtig ist, daß deutsche Versicherer der HRE - zumeist kurzlaufende - Kredite gewährt haben und dafür Zinsen erwarteten. Diese Kredite wären in die Insolvenzmasse gekommen. Viel zu holen wäre da wohl nicht mehr gewesen. Branchenintern spricht man von ca. €80 Mrd.

Hochgerechnet auf alle betroffenen Altersvorsorgevermögen (und es waren auch keineswegs alle Versicherer betroffen und nicht jeder legt seine Altersvorsorge in einer Lebensversicherung an usw.) wäre dies zwar ein spürbarer aber keineswegs katastrophaler Ausfall gewesen. Die wenigsten Menschen hätten ihre gesamte Altersvorsorge verloren.

Wenn ich Geld anlege, trage ich das Anlagerisiko. Verliere ich dann alles, ist das für mich persönlich eine Katastrophe. Ich habe jedoch nicht das Recht, andere für meinen Verlust zahlen zu lassen.

Der Nachbar meiner Eltern hat lange gespart, um sich einen Lieferwagen für sein Miniunternehmen zu kaufen. Damit verdient er seinen Lebensunterhalt. Gerade, als sein Wagen auseinanderfiel, hatte er endlich genügend Geld, um sich einen neuen zu kaufen. Leider schloß er (noch) keine Versicherung ab. Am Tag nach dem Kauf wurde der Wagen gestohlen.

Dieser Mensch ist jetzt alle seine Ersparnisse und die Grundlage für sein Unternehmen weg. Meines Wissens hat er sein Unternehmen zwischenzeitlich aufgeben müssen und sitzt als Vollhafter auf einem Schuldenberg.

Keine Versicherung abzuschließen, war seine Entscheidung. Das Risiko kannte er. Es ist eingetreten. Und jetzt? Soll jetzt vielleicht die Regierung kommen und seine Nachbarn unter Gewaltandrohung deren Eigentum wegnehmen und diesem armen Kerl geben? Genau das ist bei der HRE passiert.

Es wäre nett, würden ihm seine Freunde und Nachbarn helfen. Vielleicht ist dies auch zum Teil geschehen. Das weiß ich nicht. Aber wenn, dann geschah dies freiwillig und aus Mitleid.

Auch ich gehe bei meiner Altersvorsorge Risiken ein - wie jeder von uns. Ich hoffe, daß diese Risiken nie eintreten. Wenn sie jedoch eintreten, werde ich ganz sicher nicht von der Regierung verlangen, anderen Leuten ihr Eigentum wegzunehmen und mir zu geben.

Community Mitglied 25. Februar 2012, 10:33 Uhr
#8 Die HRE ....

... hat fast alle deutschen (europäischen) Lebens- und Rentenversicherungen rückversichert. HRE weg private Renten-/Lebensversicherung weg.
Also garantiert der Staat die von ihm geförderte Privatrente.
Absolut sichere Geldanlage ? Was meinen sie was hier losgewesen wäre wenn die Private Altersvorsorge komplett weggewesen wäre ? Also ich habe schon einen "Systemwechsel" hinter mir. Das geht "husch", so schnell kann man gar nicht gucken.

Das in Deutschland zuwenig Kinder gibt ist unstrittig, da muß man die Rentnergeneration Rententechnisch dran beteiligen.

Aber fragen sie mal meine argentinischen Freunde, wie sieht es denn da aus . Die Leute sind zum Großteil zum Tauschhandel zurückgekehrt, weil sie dem Spielgeldsystem nicht mehr trauen.

Nochmal in Kurzform: Geld kann und darf sich seriös nicht vermehren und damit gibt es auch kein reales Kapitalwachstum. Deshalb auch der regelmäßige Zusammenbruch des Systems (z.Z. verschleppt) . Das ist der Preis der Zinseszinswirtschaft . Das den Leuten verkaufte Wachtum ist immer nur virtuell und durch Schulden erkauft. Die Leute wissen das unterschwellig auch schon lange.

Deshalb kann so ein System langfristig nur durch Umverteilung funktioneren.

Community Mitglied 24. Februar 2012, 19:47 Uhr
#7 @Steffen Beyer

"D.h. die arbeitende Generation zahlt für die Rentengeneration ."

Richtig. So ist es. Und deshalb ist dieses System darauf angewiesen, daß immer möglichst 2,1 zahlungswillige Kinder pro Frau geboren werden. Deutschlands Geburtenrate liegt bei ca. 1,3. Und schon ist das Schneeballsystem dahin - so wie jedes.

"Hm warum wurden bei uns Banken verstaatlicht (besonders die HypoReal) ?"

Weil unsere Regierung der Meinung war, fehlwirtschaftende Unternehmen bräuchten für ihr Fehlverhalten nicht geradestehen.

"Ach damit keiner merkt das die kapitalgedeckten Renten- und Lebensversicherungen pleite/weg sind."

Die HRE hat meines Wissens keine Lebens- oder Rentenversicherungen verkauft. Unabhängig davon: Ja, jede Geldanlage trägt ein Risiko in sich. Dafür erhalte ich als Sparer Zinsen bzw. Dividenden. Das ist mein Lohn für mein Risiko. Wer Lohn ohne Risiko will, muß auf einen anderen Planeten auswandern.

"Da fragen wir mal die Argentinier etc. was die davon halten."

Argentinien hat eine Staatspleite vor nicht sehr langer Zeit hinter sich gebracht und deren Wirtschaft floriert seit diesem Zeitpunkt besser als zuvor. Wie in der Wirtschaft bieten auch Staatspleiten die Chance zum Neuanfang.

"Aber wollen wir wetten das dies regelmäßig nötigen Zusammenbrüche, immer einmal dazu führen das die kapitalgedeckte Rente komplett weg ist ?"
Insolvenzen und Wirtschaftskrisen lassen sich nicht verhindern, nur verschleppen und damit verschlimmern. Da gebe ich ihnen vollkommen recht. Und diese Krisen sind wichtig, um eine Reinigung durchzuführen, schlechte Unternehmen zu bestrafen und gute zu belohnen. Dadurch - nicht anders als auch im Leben eines Menschen - lernen Unternehmen und werden besser.

Übrigens: Ob meine Sparanlage komplett weg ist, hängt von meinem Anlageverhalten ab. Es gibt genügend Anlageformen, die unter Umständen weniger Rendite abwerfen, dafür aber (absolut) sicher sind.

"Eigentlich wären vor ein paar fast alle Kapitalgedeckten Privatrenten etc. weg gewesen ."

Nein, das wären sie nicht. Zum einen war keine Lebens- oder Rentenversicherung akut bedroht. Und zum anderen hängt es ganz vom Anlageverhalten der Gesellschaft ab, wie sich mein Vermögen entwickelt. Wie immer meint aber der Staat, es besser zu wissen. So sind privaten Versicherern enge Grenzen aufgelegt, wie und wo sie ihr Geld anlegen dürfen. Dadurch sinkt die Diversität und das Risiko steigt. Solch paradoxe Ergebnisse gibt es immer, wen der Staat meint, es besser zu wissen als der, dem das Geld gehört.

"Natürlich ist die USA mit AA korrekt eingestuft. Sicher. Da sind sind sich alle einig"

Nein, das sehe ich anders. AA ist noch viel zu gut. Allerdings weisen die Ratingagenturen zurecht darauf hin, daß sie die Fähigkeit zur Rückzahlung der nominalen Schulden bewerten. Da die USA unbegrenzt Dollar drucken kann, kann sie immer und zu jeder Zeit alle Schulden zurückzahlen. Die EZB hat in dieser Hinsicht übrigens schnell von der FED gelernt. Erst vor einigen Wochen hat man dort mal eben eine halbe Billion Euro gedruckt.

Community Mitglied 24. Februar 2012, 11:08 Uhr
#6 Kapitaldeckung ?

Aha also das Umlagesystem ist ein Schneeballsystem. D.h. die arbeitende Generation zahlt für die Rentengeneration . Es wird das verteilt was da ist (im Idealfall). Ganz furchtbar unseriös.

Da ist natürlich ein kapitalgedecktes System sicherer ! Hm warum wurden bei uns Banken verstaatlicht (besonders die HypoReal) ? Ach damit keiner merkt das die kapitalgedeckten Renten- und Lebensversicherungen pleite/weg sind. Da fragen wir mal die Argentinier etc. was die davon halten.

Nochmal zum mitschreiben : Es gibt keine Finanzkrise !! Das System funktioniert so. Zinseszinswirtschaft führt früher oder später immer zum wirtschaftlich/finanziellen Zusammenbruch. Man kann das staatlich gestützt verschleppen. Man kann es leugnen (oft leider trotz besseren Wissens). Aber wollen wir wetten das dies regelmäßig nötigen Zusammenbrüche, immer einmal dazu führen das die kapitalgedeckte Rente komplett weg ist ?

Wie soll es denn nun sein : Eigentlich wären vor ein paar fast alle Kapitalgedeckten Privatrenten etc. weg gewesen . Aber der böse Umlagestaat springt ja ein. Total seriös.

Aber soetwas kommt davon wenn man ewiges Wachstum propagiert oder das man mit Geld "seriös" Geld verdienen kann. Und leider basieren alle Privatrenten auf dem Glauben an ein nicht existentes ewiges Wachstum. Das ist ganz einfache Mathematik.

Natürlich ist die USA mit AA korrekt eingestuft. Sicher. Da sind sind sich alle einig ! Hi,Hi,Ho,Ho .... . Das ist keine politische Einstufung, das ist im Vergleich zu den Einstufungen der Euroländer total realistisch.
Entschuldigung, aber glaubt einer hier wirklich das auch nur ein Land seine Schulden irgendwann wieder zurückzahlt. Mal ganz ehrlich.

Und die böse sozialistische Planwirtschaft (Diktatur oder nicht mal außen vor) ? Im Vergleich zu den heutigen Schuldenbergen der "freien Marktstaaten", waren viele böse Planwirtschaften sehr solide finanziert. Über die Schulden der ehemaligen Ostblock-Staaten würde sich heute kein Staat mehr den Kopf zerbrechen.

Community Mitglied 24. Februar 2012, 05:53 Uhr
#5 @Bernhard Wedlich

Ja, die von ihnen angesprochenen Probleme tragen unzweifelhaft ebenso zum Niedergang bei. Da gebe ich ihnen vollkommen recht.

Das ändert aber nichts daran, daß ein Umlagesystem immer ein Schneeballsystem ist. Es müssen immer mehr Menschen in das Spiel eintreten, damit man am anderen Ende Geld auszahlen kann. Ohne Kapitaldeckung wird ein solches System immer und unweigerlich den Bach runter gehen.

Die andere Alternative ist, staatliche Planwirtschaft auch im medizinischen Bereich. Das haben wir heute. Es müssen dann immer mehr und mehr Leistungen rationiert werden. Auch das ist logischerweise unvermeidlich.

Die Herausnahme versicherungsfremder Leistungen wäre zwar ein richtiger Schritt, würde aber den Niedergang nur verzögern und nicht aufhalten.

Community Mitglied 23. Februar 2012, 21:34 Uhr
#4 Binsenweisheiten?

@ Herr Schmidt

"Was S&P hier von sich gibt, sind Binsenweisheiten, die von niemanden angezweifelt werden."

..... wo doch Zweifel an Binsenweisheiten durchaus angebracht wäre.

Das Problem der Gesundheitskosten und der Versicherungen liegt nämlich nicht an mangelnden Einnahmen, sondern an - politisch gewollten - versicherungsfremdem Leistungen.

Beispiele gefällig? Kostenlose Mitversicherung der Ehegatten und Kinder. Sozialpolitisch gewollt, aber keine Versicherungsleistung.

Krankengeld. Bauchtanzkurse.

Kuriosa wie die kostenlose Mitversicherung z.Bsp. türkischer Eltern und Geschwister in der Türkei über in Deutschland lebende türkische Arbeitnehmer. usw.

Die Interessen von S&P liegen dagegen ganz woanders. Wem gehört S&P eigentlich?? googeln Sie einfach mal nach Deven Sharma, Bilderberger, Daniel Estulin.

Cui bono?

Community Mitglied 23. Februar 2012, 18:58 Uhr
#3 Wer nicht hören will...

@Steffen Beyer:

"Privatunternehmen aus den USA, die alle negativ beurteilen nur ihr eigenes Land nicht?"

Die USA wurde von genau diesen Firmen auf AA herabgestuft.

Aber zum Thema: Was S&P hier von sich gibt, sind Binsenweisheiten, die von niemanden angezweifelt werden. Auch kein Politiker bezweifelt, daß unsere Sozialsysteme nichts weiter als Pyramidensysteme sind, die zusammenbrechen werden. Das ist simple Mathematik.

Wenn man die Wahrheit kennt und sagt, kann man Gegenmaßnahmen einleiten. Man kann natürlich auch, wie die zitierten (und andere) Politiker warten, bis es zum nächsten Griechenland kommt. Dann ist es für Änderungen zu spät. Dann bezahlt jeder Bürger den bitteren Preis, ,den die Griechen jetzt bezahlen.

Wer nicht hören will, wird spüren ... und zwar sehr, sehr, sehr schmerzhaft.

Community Mitglied 23. Februar 2012, 15:12 Uhr
#2 unseriöse Firmen

es wundert mich überhaupt, dass noch jemand diese windigen und unseriösen Firmen ernst nimmt.
Haben die alle Ausfallpolicen gekauft, dass ´Staaten in den Ruin getrieben werden müssen für den maximalen Profit?

Community Mitglied 23. Februar 2012, 14:07 Uhr
#1 Wer regiert uns eigentlich ???

3 Privatunternehmen aus den USA, die alle negativ beurteilen nur ihr eigenes Land nicht? Welches Land mit Bestnoten!! ist pro Kopf doppelt so hoch verschuldet wie z.B. Griechenland ? Welches Land gibt seine eigene Inflation gar nicht mehr bekannt, weil man nur noch fleißig Spielgeld druckt ?
Ach, das Land mit den 3 Rating-Agenturen. Toll das die auch alle aus demselben land kommen, "Zufälle" gibt es.

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