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BaWü weitet Heroinprojekt aus

dpa, 29. Mai 2009, 12:43 Uhr

Stuttgart/Karlsruhe -

Nach dem Bundestagsbeschluss zur Abgabe von Diamorphin an Abhängige soll ein lange Zeit umstrittenes Heroinprojekt in Karlsruhe ausgeweitet werden. Ein Konzeptpapier aus dem baden-württembergischen Sozialministerium sieht zudem sieben weitere Standorte für die entsprechende Behandlung Schwerstabhängiger vor: Stuttgart, Mannheim, Freiburg, Heilbronn, Singen, Ulm und Ravensburg.

Experten der Arbeiterwohlfahrt (AWO), die seit Jahren das Projekt in Karlsruhe betreibt, erwarten durch die neue Gesetzesregelung keinen Ansturm an Patienten. „Das bleibt auf kleiner Flamme“, sagte AWO-Ärztin Sabine Tanger auf Anfrage. Derzeit seien nur 17 von 30 Therapie-Plätzen belegt, obwohl das Projekt in der Szene bekannt sei.

Der Städtetag im Südwesten betonte, es gehe in erster Linie „um eine Überlebenshilfe für Menschen, denen anders nicht mehr geholfen werden kann“. Es sei davon auszugehen, dass in Baden-Württemberg etwa 250 bis 300 Schwerstabhängige die strengen Voraussetzungen für eine Heroinabgabe erfüllen, sagte Verbandssprecher Manfred Stehle. Für sie müssten landesweit ambulante Vergabestellen eingerichtet werden.

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