PHOENIX - Apotheken Management Center Regeneratio B12® APOTHEKE ADHOC Stellenmarkt
Wort & Bild Verlag
ACA Müller ADAG Pharma AG
APOTHEKE ADHOC - Quiz
AMNOG-Folgen

Apotheker demonstriert vor dem Reichstag

Alexander Müller, 12. Dezember 2011, 13:05 Uhr

Berlin -

Thorsten Junk ist es leid. Der Apotheker will endlich mit dem Vorurteil aufräumen, er und seine Kollegen seien eine Bande von wohlsituierten Besserverdienern. Er möchte die Bevölkerung aufklären, wie es um viele Apotheken nach dem Inkrafttreten des Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetzes (AMNOG) bestellt ist. Am vergangenen Freitag ist Junk deshalb aus dem hessischen Marburg nach Berlin gefahren und hat vor dem Reichstagsgebäude Flugblätter mit seinen aktuellen Betriebsergebnissen an Passanten verteilt. Die Ein-Mann-Demo eines verzweifelten Apothekers.

Anzeige Bewerben Sie sich jetzt!

Junk steht auf der Wiese zwischen Kanzleramt und Parlamentsgebäude und hält entschlossen sein Plakat in die Luft: „Apotheken vor dem Kollaps“ steht darauf und: „Schluss mit der Neiddebatte. Apotheken sind am Ende!“ Viel Aufmerksamkeit bekommt er nicht – an diesem stürmischen Herbsttag sind nur wenige Touristen vor dem Reichstagsgebäude zu sehen. Doch ein paar Passanten sprechen den Mann im weißen Kittel an, hören zu und studieren seine Tabelle: Rohertrag, Personalkosten, Betriebsergebnis.

Mit seiner Hauptapotheke in Marburg samt Krankenhausversorgung und Blisterzentrum ist Junk eigentlich voll im Geschäft. Doch die Gießener Filiale ist eine typische Apotheke – Junk präsentiert die Ergebnisse: Von 1,4 Millionen Euro Umsatz zwischen Januar und Oktober blieb unter dem Strich ein Minus von 1270 Euro.

„Ich will kein Mitleid und demonstriere nicht für einen Bestandsschutz. Ich fordere eine angemessene Wertschätzung für die Arbeit der deutschen Apotheken“, sagt Junk. Doch wegen der Umstellung des Großhandelshonorars müssten die Apotheken 2012 einen zusätzlichen Ertragsrückgang von 2 Prozent hinnehmen.

Junk erwartet, dass dann gerade in ländlichen Regionen Strukturen dauerhaft zerstört werden. Aktuell versuche die Regierung mit großem finanziellen Aufwand, die Versorgungsengpässe bei den Ärzten zu schließen. „Trotzdem werden dieselben politischen Fehler jetzt bei den Apotheken wiederholt. Hat denn niemand dazu gelernt?“, fragt er eine junge Frau, die auf seine Protestaktion aufmerksam geworden ist.

Junk weiß, dass er mit seiner Ein-Mann-Demo nicht viel erreichen kann. Trotzdem war die Aktion wichtig für ihn: „Irgendetwas muss man doch unternehmen. Ich konnte nicht mehr nur in der Apotheke sitzen und mich über das ganze Dilemma ärgern. Jetzt habe ich wenigstens das Gefühl, aktiv geworden zu sein“, sagt der Apotheker.

Lesen Sie auch

Neuere Artikel zum Thema

apotheke adhoc Debatte 10 Kommentare

Mitdiskutieren
Community Mitglied 29. Dezember 2011, 16:55 Uhr
#10 Re: Unternehmerisches Risiko

@9

Genau das bezweifle ich, dass in seiner Hauptapotheke "nur etwas mehr als ein Angestelltengehalt" übrig bleibt. Und wenn die Filiale nichts einbringt, soll er sie eben dicht machen.

Community Mitglied 27. Dezember 2011, 13:16 Uhr
#9 Unternehmerisches Risiko

@8 Das muss er auch gar nicht, Jesus durfte auch ein Tuch um die Lenden gehüllt behalten. Und er war ein Verurteilter.
Bei diesem Thema (BWA= Betriebswirtschaftliche Auswertung) geht es doch vermutlich um Verhältnismäßigkeit. Da ist es nicht von Bedeutung, ob beim Umsatz 1,5 oder die 3 vor den 6 Nullen steht. Unterm Strich ergibt sich eine rote Zahl! Das verdeutlicht, dass auch beim doppelten Umsatz nur etwas mehr als ein Angestelltengehalt heraus kommt.
Das ist m.E. nicht gerechtfertigt. Und ich denke, da bin ich nicht allein.

Community Mitglied 13. Dezember 2011, 10:56 Uhr
#8 BWA der Hauptapotheke?

Hat er auch die BWA seiner Hauptapotheke dabei gehabt?

Community Mitglied 12. Dezember 2011, 20:49 Uhr
#7 Meine höchste Achtung ....

vor diesem Apotheker, da läuft es mir kalt über den Rücken.

Meine Hochachtung

Herzliche Grüße aus dem Württembergischen

Community Mitglied 12. Dezember 2011, 20:44 Uhr
#6

Dieser Kommentar wurde entfernt.

Community Mitglied 12. Dezember 2011, 20:27 Uhr
#5 einer fängt immer an... viele müssen folgen

Hut ab Herr Kollege

Heute einer, morgen 10 , in einer Woche 100.
Der Mann hat angefangen, nun müssen wir helfen.
Ab nach Berlin und 1x die Woche demonstrieren und aufklären oder 2012 gemeinsam untergehen.

Wir müssen was tun, schnell...

Community Mitglied 12. Dezember 2011, 19:00 Uhr
#4 ich wäre dabei...

... wenn mir die beitriebliche Realität in meiner "typischen Apotheke" noch die finanziellen ( und damit zeitlichen ) Ressourcen ließe.
Hut ab! Auch von mir!!!

Community Mitglied 12. Dezember 2011, 16:53 Uhr
#3 Applaus...

...und sehr peinlich für unsere Standesvertreter, wenn ein zu Vertretender mehr Hoffnung in einer Ein-Mann-Demo sieht.

Community Mitglied 12. Dezember 2011, 16:21 Uhr
#2 Respekt!

Auch von mir. Grüße aus dem Badischen nach Marburg!

Community Mitglied 12. Dezember 2011, 15:19 Uhr
#1 Der Erste von allen ........................

Chapeau + Gruß nach Marburg !

Sie müssen sich zuerst anmelden um an der Diskussion teilnehmen zu können
Anzeige APO-Audit: Jetzt anmelden!

Newsletter

Newsletter kostenlos abonnieren

Anzeige
Jetzt verfügbar

Verkaufsstart von Regeneratio B12® Mehr

Kommentar

Der Wahn des Großkunden

Es ist das Mantra des Großkunden: Die Krankenkassen wollen ihren alten Apothekenabschlag von 2,30 Euro zurück. Mit dieser Maximalforderung geht der GKV-Spitzenverband in jede politische Debatte. Neu... Mehr

Facebook - Fanblock

Porträt

Der Tag der Apotheke

Am 10. September 1998 fand der Tag der Apotheke zum ersten Mal statt, damals unter dem Motto „Ihre Apotheke macht's möglich“. Seitdem informieren Apotheker jedes Jahr über verschiedene Themen. Die... Mehr

Weiteres