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Fälschungsschutz

Apotheken müssen für Technik zahlen

Janina Rauers, 02. September 2011, 11:23 Uhr

  • Scanner kompatibel? Künftig müssen Apotheken auch 2D-Codes auslesen können.Foto: Elke Hinkelbein
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Berlin -

Mit der neue EU-Richtlinie, die künftig Sicherheitsmerkmale für Arzneimittelpackungen vorschreibt, werden auf die Apotheken Mehrkosten zukommen: Damit jedes einzelne Präparat vor der Abgabe auf seine Echtheit überprüft werden kann, müssen die Apotheken bei Scannern, Internetverbindung und Software aufrüsten. Gleichzeitig wird sich die Abgabe der Präparate am HV-Tisch verzögern, weil die Daten zuvor mit denen des Herstellers abgeglichen werden müssen.

Bei der ABDA geht man davon aus, dass die Umsetzung der EU-Vorgabe durchschnittlich 1500 Euro pro Apotheke kosten wird. Alleine für einen Scanner werden 300 bis 500 Euro fällig. Hinzu kommen Kosten für die permanente Internetverbindung und Gebühren für die Softwareänderungen.

Wie viel die einzelne Apotheke zahlen wird, hängt nicht nur von der Anzahl der Kassenplätze, sondern auch von der vorhandenen Ausstattung ab: Viele Apotheken verfügten bereits über Scanner, die auch den 2D-Code lesen könnten, und müssten deshalb weitaus weniger als 1500 Euro ausgeben, sagte Dr. Peter Homann, Mitglied im ABDA-Vorstand und Vorstandsvorsitzender des Hessischen Apothekerverbands. Auch die Zahl der Apotheken mit Internetverbindung steige.

Die ABDA will sich zudem dafür einsetzen, dass die Apotheken nicht allein die Kosten tragen müssen: Weil das neue System die Versorgungssicherheit erhöht, hofft Homann, dass zumindest ein Teil der Investitionskosten beispielsweise von den Krankenkassen übernommen wird.

Die Umstellung des Barcodes auf den indivdualisierten 2D-Code bringt den Apotheken auch Vorteile: Der neue Code soll auch Informationen zu Verfallsdatum und Charge beinhalten - damit wird beim Wareneingang die Dateneingabe per Hand entfallen.

Der Code soll zunächst 2013 in vorraussichtlich vier Pilotregionen in Deutschland getestet werden. Wenn Regionen, teilnehmende Hersteller, Großhändler und Softwarehäuser feststehen, werden die Apotheken festgelegt; wie viele, steht noch nicht fest. Zwei unterschiedliche Datenbanken für Hersteller und Apotheken sollen verhindern, dass die Unternehmen Daten der einzelnen Apotheke einsehen können. Die flächendeckende Einführung des Systems ist für spätestens 2017 geplant.

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apotheke adhoc Debatte 11 Kommentare

Mitdiskutieren
Community Mitglied 05. September 2011, 21:57 Uhr
(10)... kommt das denn nicht ohnehin...

... auf uns zu? Letztens war doch hier ein Artikel "RFID statt 2D-Code" mit einer genauen Aufstellung, was das alles so kosten wird. Und wenn man eh auf RFID umsteigen will/wird - kann man die Echtheitsprüfung auch locker über'n GH gehen lassen - Kosten... tja... Kosten tut's uns doch so oder so...
Da mach ich mir keine falschen Hoffnungen...

Community Mitglied 05. September 2011, 15:15 Uhr
RFID

Ich bin mir nicht sicher, ob RFID in absehbarer Zeit eine relevante Rolle wird spielen können. Selbst bei maximalen Abnahmemengen liegen wir in einem Preissegment, das Medikamente im einstelligen AEK-Bereich so nennenswert verteuert, dass Hersteller, PhaGro und Apotheken die Mehrkosten nicht einmal gemeinsam werden schultern können. Wir können nicht um jeden Cent Kassenrabatt kämpfen und gleichzeitig so tun, als könnten wir RFID-Labels finanzieren. Möchte ich nur zu bedenken geben, so sehr mich die Technologie begeistert, und so sehr sie auch positiven Zusatznutzen für uns haben könnte.

Community Mitglied 05. September 2011, 13:10 Uhr
(8)

Irgendwie glaube ich das nicht so ganz. Der GH ist ja - ich bin ja einfach gestrickt - für mich ein Vertrieb, d.h. es kommen große Mengen rein und gehen große Mengen raus. Beim Eingang muss Ware (wie bei uns) verbucht werden (sonst könnten die uns ja nie sagen, was sie an Lager haben) und bei diesem Schritt wäre es ein leichtes mittels RFID ganze Paletten abzuscannen und gleichzeitig zu speichern. Der Schritt ist absolut einfach und - was die Rationalität (Kontrolle großer Packungsmengen auf Echtheit in kurzer Zeit) für mich viel logischer und im normalen Prozessablauf des GH auch viel besser implementierbar.

Community Mitglied 05. September 2011, 11:04 Uhr
7 + 8

... sie haben leider beide recht. Aber es wird ja leider alles auf unserer "Vertriebsebene" angesiedelt. Weil unsere Software/Datenbank zu gut ist ! Warum suchen wir denn die Rabattvertragsarzneimittel heraus ? Das wäre bei den Ärzten viel praktischer angesiedelt. Aber Arztsoftware mit aktueller und einheitlicher Datenbank ? Das ist in Deutschland unvorstellbar, obwohl es auch den Ärzten sehr viel Arbeit sparen würde.
Prüfung der Echtheit beim Großhandel unvorstellbar, die haben da nicht die Zeit für. Die haben leider wieder mal nur wir.
Ich warte schon auf die Schlagzeile: "In nur 3 Monaten potentiell 30.000 gefälschte Packungen in deutschen apotheken abgegeben - die AOK klagt an". Dann war wohl mal wieder was falsch bedruckt.

Community Mitglied 03. September 2011, 15:35 Uhr
@(6)

lieber kollege,
sie haben so recht, wie morgen mit sicherheit die sonne wieder aufgeht. man muss nur realisieren, dass dieses land von vollidioten regiert wird. das alles kann man nicht mehr erklären oder verstehen. wir sind die hansel der KK und vielen anderen in der politik.

Community Mitglied 03. September 2011, 11:48 Uhr
... Verständnis

Liebe Kollegen, seh ich das richtig: wir sollen uns zu irgendeinem nicht näher definierten Datum einen speziellen Scanner kaufen, der uns die Echtheit der Ware per Verbindung zum Hersteller übers Inet bestätigt?

... das finde ich nämlich dann etwas kurios. Ich Unschuldslamm glaubte ja bislang, dass das, was ich mir vom GH kommen lassen und das von den Fahrern des GH gebracht wird auch tatsächlich Originale sind...

Wäre es nicht zweckmäßiger die Echtheit des AM durch den GH bei dessen Belieferung durch den Hersteller kontrollieren zu lassen (und dann nochmal beim Zusammenstellen der Touren?)...

... mein ja nur...

Community Mitglied 02. September 2011, 18:03 Uhr
Das hatte ich gestern geschrieben:

"Bei allem Verständnis für ein Kontrollsystem,
aber wie soll das funktionieren ?

Bei der Abgabe jeder (!!) codegeschützen Packung soll ich die Bestätigung einer externen Datenbank abwarten ? Wie lange dauert wohl die Abgabe pro Packung zukünftig, 5 Sekunden, 10 Sekunden, 1 Minute ?

Was geschieht bei langsamen oder gar gekappten online Verbindungen ? Und wie sollen die leider stets auftauchenden Fehlbestände behandelt werden, kann ich Ware einfach zubuchen, entsteht daraus wieder eine "sichere" Packung ?

Wahrscheinlich brauche ich jedoch einen Lehrgang, der mich zur "securpharmen verifizierten Abgabe" befähigt und pro Lehrgangstag 490,- EUR kostet ! Wenn ich nicht überhaupt eine neue Zulassung benötige..."

Finde alle meine gestrigen Bedenken im obigen Artikel wieder. Sollte hier jemand von der ABDA mitlesen ???

Community Mitglied 02. September 2011, 15:00 Uhr
Toll....

plus zertifizierung für 1000 euro wäre auch noch möglich. jährlich zu wiederholen.........
schritt 1: die einfache abgabe
..
..
..
schritt 17: aut idem, betapharm, nicht lieferbar, pharmazeutische bedenken und patient lehnt ab, entscheidet sich für original als selbstzahler........reicht dann doch rezept nach, weil kasse zu wenig ersetzt mit eurim, aut idem und wieder nicht lieferbar.
ich bleibe dabei, wir werden von idioten regiert.

Community Mitglied 02. September 2011, 13:12 Uhr
Alles

was nicht dokumentiert wurde, ist nicht getan worden.
QMS für Alle! Jippie!!

Community Mitglied 02. September 2011, 12:20 Uhr
schwachsinn...

wieder mal ein paar blinde, die neues ersonnen haben.
1. wenn schon prüfung, dann beim eingang oder vermutet hier jemand den massiven tausch in fälschungen durch die apotheke?
2. grandioser ansatz mit kosten an der stelle, wo nun wirklich mit höchster sicherheit gearbeitet wird.
3. was ist mit dem versand? massenhaft fälschungen auf dem weg. was wird da getan?
wieder mal eine völlig dämliche lösung auf den schultern der apotheke. was noch fehlt, ist die dokumentation der geprüften AM. das natürlich mit protokoll. sind wir nur von idioten umgeben?

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