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Rabattverträge

AOK hofft auf 600 Millionen

Patrick Hollstein, 30. Januar 2008, 13:48 Uhr

  • Wichtige Entscheidung: Die AOK will mit ihren Rabattverträgen jährlich 600 Millionen Euro einsparen.
Wiesbaden -

Die AOK hofft, mit den neuen Rabattverträgen jährlich 600 Millionen Euro einzusparen. Dazu müssten allerdings auch die noch auf Eis liegenden Verträge zu den 60 fehlenden Wirkstoffen unter Dach und Fach gebracht werden. AOK-Verhandlungsführer Dr. Christopher Hermann unterstrich am Rande einer Fachtagung „Apothekenmarkt 2008“ in Wiesbaden gegenüber APOTHEKE ADHOC seine Prognose, dass die ausstehenden Vereinbarungen bis Ende Februar abgeschlossen werden.

Hermann warnte die Kritiker der Rabattverträge davor, sich auf die Anwendbarkeit des Kartellgesetzes zu versteifen. Würde das Vergaberecht in seiner allgemeinen Form angewendet, gefährde dies die Hersteller selber: Dann wäre die Ausschreibung der Rabattverträge nämlich nur noch eine Frage des Preises; nur das Unternehmen mit dem günstigsten Angebot erhielte den Zuschlag.

Im vergangenen Jahr hat die AOK laut Hermann rund 100 Millionen Euro eingespart. 43 Wirkstoffe mit einem Umsatz von 1,6 Milliarden Euro waren Teil der ersten Rabattrunde gewesen; elf Firmen hatten Zuschläge erhalten. Gegen Ende des Jahres haben die Rabattprodukte laut Hermann einen Anteil von rund 50 Prozent erreicht. Da im Durchschnitt nur jedes fünfte Rezept durch den Arzt von der Substitution ausgeschlossen werde, sei hier ein „sehr beträchtlicher Restmarkt“ vorhanden. Retaxieren will die AOK allerdings nur bei systematischer Nichtbeachtung der Abgabevorschriften nach Ablauf der bis Ende September verlängerten Friedenspflicht.

Die alten Rabattarzneimittel können noch bis Ende Februar ohne Regressforderung seitens der AOK abgegeben werden. Dass ähnliche Lieferprobleme auftreten wie im vergangenen Jahr, hält Hermann ohnehin für ausgeschlossen. Über alle 82 Wirkstoffe hätten die entsprechenden Hersteller im vergangenen Jahr einen Marktanteil von 31 Prozent gehabt; bei den bereits geltenden Verträgen läge der Anteil bei mehr als 60 Prozent. In der ersten Runde hatten die Hersteller im Vorfeld einen Anteil von 3 Prozent gehabt und ihre Kapazitäten erheblich aufstocken müssen.

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