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Lebensmittelsicherheit

Aigner: Weniger Antibiotika in Ställen

dpa/APOTHEKE ADHOC, 08. Februar 2012, 18:44 Uhr

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Berlin -

Höfe mit auffällig hohem Antibiotika-Einsatz in der Massentierhaltung sollen künftig stärker ins Visier genommen werden. Das Bundesagrarministerium will die Befugnisse der Überwachungsbehörden der Länder erweitern, damit sie Betriebe zu konkreten Konzepten für die Minimierung von Arzneigaben verpflichten können. „Wir müssen die Haltungsbedingungen für Nutztiere verbessern, um den Krankheitsdruck und die Ansteckungsrisiken zu verringern“, sagte Ministerin Ilse Aigner (CSU). Oft seien Hygieneprobleme im Stall Ursachen für starke Antibiotika-Verwendung, die könnten aber beseitigt werden.

Antibiotika dürfen nur zur Behandlung kranker Tiere eingesetzt werden. Studien hatten aber ergeben, dass bis zu 96 Prozent der Masttiere damit behandelt werden, vor allem Geflügel. Über Fleisch können auch Menschen Keime aufnehmen, die gegen Antibiotika unempfindlich sind. Das kann dazu führen, dass die Arznei bei Krankheiten nicht mehr wirkt. In einem Test des Magazins Stern wurden in Berlin, Hamburg, Köln, Leipzig und München in jeder vierten Probe abgepackten Schweinefleisches aus Supermärkten resistente Bakterien entdeckt.

Aigner kündigte an, mit den Ländern über rechtliche Grundlagen für ein stärkeres Ansetzen bei einzelnen Höfen zu reden. Um auffällige Antibiotika-Verwendung zu erkennen, müssten die Behörden schnell auf Unterlagen in Betrieben zugreifen können. Das Bundesministerium plant außerdem Gesetzesänderungen, die die alltägliche Verschreibungspraxis von Tierärzten beschränken. Veterinäre sollen sich etwa strikt an die Anwendungsbestimmungen der Packungsbeilage halten müssen. Bisher können sie aus fachlichen Erwägungen auch von Dosierungen abweichen.

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