Der Wahn des Großkunden
Es ist das Mantra des Großkunden: Die Krankenkassen wollen ihren alten Apothekenabschlag von 2,30 Euro zurück. Mit dieser Maximalforderung geht der GKV-Spitzenverband in jede politische Debatte. Neu... Mehr
Benjamin Rohrer, 16. November 2010, 14:47 Uhr
Deutschlands niedergelassene Ärzte könnten sich vorstellen, selbst Medikamente abzugeben, wenn man sie ließe. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich der damalige Bundesvorsitzende des Verbandes der Niedergelassenen Ärzte Deutschlands (NAV-Virchowbund), Dr. Klaus Bittmann, für die ärztliche Selbstdispensation ausgesprochen. Bittmanns Nachfolger, Dr. Dirk Heinrich, hält daran fest.
„Das Dispensierrecht könnte durchaus ein Lösungsweg sein, um die ärztliche Versorgung in schlecht versorgten Gebieten zu verbessern“, so Heinrich gegenüber APOTHEKE ADHOC. Modelle, wie sie in der Schweiz oder in Österreich praktiziert werden, seien auch für Deutschland denkbar. Insbesondere in einigen Regionen der neuen Bundesländer, in denen nicht viele Apotheken existierten, könnte die ärztliche Selbstdispensation laut Heinrich helfen, die Versorgung zu verbessern. „Das ist ein Punkt unseres Programms, aber kein zentraler“, so Heinrich.
Der Ärzte- und Apothekermangel auf dem Land liegt laut Heinrich vornehmlich an der abnehmenden Attraktivität der Gesundheitsberufe. Vor allem die Bedingungen für Ärzte müssten verbessert werden: Das derzeitige Honorarverteilungssystem sei „am Ende“, die Vergütung insgesamt ungerecht. „Ich bin stinksauer“, so Heinrich. Auch die von der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) und Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler (FDP) geplante Verfeinerung der ärztlichen Bedarfsplanung sei nichts weiter als ein „bürokratisches Monster“.
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apotheke adhoc Debatte 2 Kommentare
MitdiskutierenDanke, danke, danke..........................
....... für diesen Querschläger aus dem Ärztelager.
Fast 770 Jahre der gesetzlichen Trennung der Berufe Arzt und Apotheker - das ist für einige Ärztevertreter wohl zuviel..........
Dachte gar nicht, daß es ihnen so schlecht geht.
Oder "opfert" man sich nur 'mal wieder "zum Wohle des Patienten"?
Wer jetzt an Revanche-Fouls denkt, sollte sich zurückhalten:
Spätestens dann, wenn die Ärzteschaft begreift, welchen Wahnsinnsjob wir Apotheker jeden Tag zu machen haben, läßt sie vielleicht die Finger davon.
Ansonsten:
Wie steht's eigentlich um die Einführung der Mehrwertsteuer für ärztliche IGELeistungen?
"Praxis Dr. xyz , e.K." - Klingt doch gar nicht so schlecht........
Ärzte liebäugeln mit Selbstdispensation
Schuster bleib bei deinen Leisten - ich will lieber nicht wissen, welche Fehler da in den Praxen passieren.
Die Ärzte können ja schon mal mit Rezepturen den Einstieg probieren.
Schön wäre ja dann auch mal eine Praxissoftware auf dem aktuellen Stand.