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Patienten-Zuweisung

Ärzte im „Mutterkuchen des Sommerlochs“

dpa, 03. September 2009, 10:22 Uhr

  • „Das nervt“: KBV-Chef Dr. Andreas Köhler wehrt sich gegen die Vorwürfe der Bestechung von Ärzten durch Kliniken.
Berlin -

Die Kassenärzte haben sich empört über immer massivere Vorwürfe wegen angeblicher Bestechlichkeit gezeigt. Es gebe zwar Einzelfälle, in denen Ärzte illegal Geld von Kliniken genommen hätten, sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Köhler, am Donnerstag in Berlin. Dies sei in der Tat „nicht zulässig“ und müsse geahndet werden. In der Diskussion werde aber der Eindruck eines Massenphänomens erweckt. Dies verunglimpfe einen ganzen Berufsstand.

Die Debatte gehe außerdem voll zulasten der Kranken. „Hier werden im Moment massiv die Patienten verunsichert“, sagte Köhler. „Da krieg ich das Kotzen.“ Die Angriffe seien Nachwehen des Sommers: „Das ist der Mutterkuchen des Sommerlochs.“

Köhler betonte, es gebe durchaus legitime Kooperationen zwischen niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern. Kliniken könnten beispielsweise die nachstationäre Versorgung von Patienten an Niedergelassene delegieren und dazu einen Vertrag mit den Medizinern schließen. „Solche Verträge sind zulässig“, sagte der KBV-Chef. Ohne einen Vertrag sei eine Zusammenarbeit von Kliniken und niedergelassenen Ärzten dagegen nicht erlaubt. Diese Zusammenhänge würden in der aktuellen Debatte „vermengt“ und sinnvolle Vertragsstrukturen in Frage gestellt. „Das nervt“, kritisierte Köhler.

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