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Großhandelszuschlag

60 Cent plus 1,7 Prozent

Alexander Müller, 28. Juni 2010, 12:41 Uhr

  • 60 plus 1,7: Weder die Apotheken noch ihre Lieferanten dürften von der geplanten Umstellung der Großhandlesvergütung begeistert sein.
Berlin -

Die Umstellung der Großhandelsvergütung nimmt konkretere Züge an: Ab Januar sollen die Großhändler eine Pauschale von 60 Cent sowie einen Aufschlag von 1,7 Prozent pro ausgelieferte Packung bekommen. Das geht aus dem Kabinettsentwurf zum Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) hervor. Rabatte dürfen die Grossisten demnach nur noch aus dem prozentualen Aufschlag gewähren, der wiederum gedeckelt ist. Die Einkaufskonditionen der Apotheken dürften sich nach diesem Entwurf massiv verschlechtern.

Eine Neuregelung der Großhandelszuschläge sei notwendig, da die Zuschläge nicht mehr leistungsgerecht seien, schreibt das Bundesgesundheitsministerium (BMG) im Kabinettsentwurf. Aufgabe des Großhandels sei es - gemäß Versorgungauftrag - bei der flächendeckenden Arzneimittelversorgung mitzuwirken. „Diese Aufgabe ist unabhängig vom Preis eines Arzneimittels zu erfüllen“, heißt es in der Begründung.

60 Cent pro Packung sind aus Sicht der Regierung ausreichend für die Großhändler: „Durch den Festzuschlag ist insgesamt sichergestellt, dass der Großhandel eine angemessene und flächendeckende Belieferung der Apotheken sicherstellen kann.“

Das dürften die Grossisten anders sehen, die nach dem Aus für 93 Cent plus 3 Prozent in der letzten Legislaturperiode zuletzt ein eigenes Modell mit gestaffelten Pauschalen vorgeschlagen hatten. Das Mehrstufenmodell des Branchenverbandes Phagro war dem Vernehmen nach schon vor einigen Wochen als zu komplex abgelehnt worden.

Die Umstellung soll vor allem die Apotheken bewusst nicht schonen. Zum Aufschlag von 1,7 Prozent heißt es im Kabinettsentwurf: „Der rabattfähige prozentuale Zuschlag gewährleistet dem Großhandel einen gewissen Spielraum bei der Preisgestaltung gegenüber den Apotheken. Insbesondere soll er Funktionsrabatte, zum Beispiel für die Bestellung größerer Mengen, ermöglichen.“ Bei Medikamenten, die beim Hersteller mehr als 1200 Euro kosten, ist der Aufschlag - und damit der mögliche Rabatt - auf 20,40 Euro begrenzt.

Bereits in ihrem Positionspapier hatten die CDU-Gesundheitsexperten Jens Spahn und Rolf Koschorrek durch eine Senkung der Großhandelsmarge und der Funktionsrabatte für Apotheken Einsparungen von 400 Millionen Euro vorgesehen.

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