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Arzneimittelverpackung

2D-Codes für Apotheken

APOTHEKE ADHOC, 14. Mai 2009, 14:14 Uhr

  • Sicherheit und Transparenz: Die europäischen Pharmahersteller testen ein neues Codierungssystem für Arzneimittel.
Berlin -

Europas Pharmakonzerne wollen ihre Produkte künftig mit so genannten Data Matrix Codes (2D-Codes) versehen. Auf diese Weise sollen Arzneimittelfälschungen verhindert werden. Der europäische Pharmaverband EFPIA plant für das Arzneimittelidentifikationssystem bereits seit längerem einen Pilottest gemeinsam mit Apotheken und Großhändlern. Nun soll das Projekt mit einem halben Jahr Verzögerung endgültig starten.

Die EFPIA selbst hält sich bislang bedeckt und will nähere Details erst in der kommenden Woche öffentlich bekannt geben. Lange Zeit war Deutschland für den Modellversuch im Gespräch. Nachdem es offenbar mit der ABDA Differenzen über die Verwendung der erhobenen Daten gegeben hat, wird das Projekt nun in Schweden gestartet. Ab August sollen 30 bis 50 schwedische Apotheken die ersten speziell codierten Packungen erhalten.

Nicht nur Hersteller sollen von der Datentransparenz profitieren; die Apotheken könnten etwa über spezielle Lesegeräte Chargennummer und Verfalldatum direkt in ihre Software spielen.

In erster Linie geht es aber darum, die Sicherheitsstandards beim Vertrieb von Arzneimitteln zu erhöhen. Die Packungen werden mit einem individuellen 2D-Code und einer Seriennummer versehen, die Daten werden vor der Auslieferung an den Großhandel gescannt und in eine zentrale Datenbank eingespeist. In der Apotheke schlägt das System Alarm, sobald eine Codenummer unbekannt ist oder schon auf einer anderen Packung vertreten war. Fälschungen sollen dadurch erschwert werden.

Dabei stellt sich auch die Frage des Datenschutzes, an der offenbar auch die Gespräche mit der ABDA gescheitert waren. Die deutschen Apotheker hatten gefordert, dass patienten- und apothekenspezifische Daten nach der Abgabe der Arzneimittel in der Apotheke aus der Datenbank gelöscht werden.

Dies stieß offenbar auf wenig Gegenliebe bei den EFPIA-Projektkoordinatoren, die sich daraufhin Ende vergangenen Jahres mit dem schwedischen Apothekerverband LIF und dem Staatsbetrieb Apoteket trafen, um eine mögliche Durchführung des Pilots in Schweden zu diskutieren. Die Gespräche verliefen offenbar vielversprechend.

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