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Preisverhandlungen

20 Länder im Preis-Topf

Benjamin Rohrer, 17. Februar 2012, 18:55 Uhr

Berlin -

Die Erstattungspreise neuer Arzneimittel mit Zusatznutzen könnten in Deutschland schon bald auf Basis der Vergleichswerte von 20 europäischen Ländern verhandelt werden. Im Streit zwischen Krankenkassen und Herstellern um die Liste der Referenzpreisländer hat sich erstmals die Schiedsstelle zu Wort gemeldet und beiden Parteien enge Vorgaben für die Erstellung einer solchen Liste gemacht. Heraus gekommen ist eine Aufstellung, die insbesondere den Krankenkassen gefallen dürfte.

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Bei den Preisverhandlungen für neue Arzneimittel sind die Referenzwerte von großer Bedeutung: Sowohl während der Verhandlungen als auch im Falle eines Schiedsstellenspruchs werden die anderen Länder zur Preisfindung herangezogen.

Weil sich Hersteller und Kassen nicht einigen konnten, musste sich die Schiedsstelle jetzt schon vor dem Abschluss der ersten Preisverhandlung einmischen und beiden Parteien Vorgaben für den Katalog machen: Die Länder auf der Liste müssen demnach 80 Prozent der etwa 510 Millionen Einwohner des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) abdecken und vorrangig eine mit Deutschland vergleichbare wirtschaftliche Leistungsfähigkeit haben.

Aus dem Herstellerlager heißt es, dass die Vorgaben nur die folgende Liste zulassen: Niederlande, Irland, Dänemark, Österreich, Schweden, Belgien, Finnland, Vereinigtes Königreich, Island, Frankreich, Italien, Spanien, Zypern, Griechenland, Slowenien, Malta, Portugal, Tschechien, Slowakei und Ungarn.

Zwar enthält der Katalog in ausgewogenem Maße wirtschaftsstarke als auch finanziell schwächere Länder. Insgesamt dürfte die Liste aber eher den Kassen gefallen. Die Pharmaverbände hatten nämlich gefordert, eine für Impfstoffpreise geltende Regelung heranzuziehen: Hier werden vier EU-Mitgliedsstaaten „mit dem am nächsten kommenden Bruttonationaleinkommen“ berücksichtigt. Die Kassen hingegen wollten die Preise aller europäischen Länder aufnehmen, in denen das jeweilige Arzneimittel angeboten wird.

Bis zum 24. Februar sollen sich Hersteller und Kassen auf eine konkrete Länderliste geeinigt haben, fordert die Schiedsstelle. In der kommenden Woche wollen beide Parteien das Thema letztmalig besprechen. Dem Vernehmen nach sehen die Hersteller aufgrund der engen Vorgaben der Unparteiischen aber nicht mehr viel Verhandlungsspielraum.

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