Typ-2-Diabetiker

Metformin bei Niereninsuffizienz Nadine Tröbitscher, 17.10.2016 14:34 Uhr

Berlin - Metformin kann bei Typ-2-Diabetikern mit moderater Nierenfunktionsstörung eingesetzt werden. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat den Einsatz in der bislang kontraindizierten Patientengruppe positiv beurteilt.

Metformin gehört zur Stoffgruppe der Biguanide und zu den wichtigsten Medikamenten zur Behandlung von Typ-2-Diabetes. Der Arzneistoff greift in den Glucosestoffwechsel ein und senkt den Blutzuckerspiegel auf drei Wegen: Die Bildung von Glucose in der Leber wird gehemmt, somit wird weniger Glucose ins Blut ausgeschüttet.

Im Darm wird der Übergang von Glucose aus der Nahrung ins Blut vermindert. Schließlich verbessert Metformin das Ansprechen der Muskeln auf Insulin, somit wird mehr Glucose umgesetzt. Als Nebeneffekt soll Metformin das Hungergefühl dämpfen und den Fettstoffwechsel unterstützen, Patienten verzeichnen einen Gewichtsverlust.

Jedoch fällt beim Einsatz von Metformin mehr Lactat an. Eine Überdosierung führt zu einer Laktatazidose. Das Risiko ist bei Patienten mit niedriger glomerulären Filtrationsrate (GFR) erhöht, da weniger Milchsäure ausgeschleust wird. Daher war der Wirkstoff bislang bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion kontraindiziert.

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