Antibiotika

Schnellschuss-Antibiose vom Zahnarzt APOTHEKE ADHOC, 11.01.2017 08:52 Uhr

Die Wartezeit stelle kein Problem für die Behandlung dar, denn eine mechanische Behandlung, also ein Reinigen der Zahntaschen, erfolgt erst in einer weiteren Sitzung. „Um die Schmerzen für den Patienten erträglich zu halten, sollte die Behandlung in zwei Sitzungen stattfinden", so Koltzscher. Die Gabe eines Antibiotikums erfolgt im Anschluss. Dieses sei ohnehin nicht wirksam solange die pathogenen Keime im Biofilm sitzen, da sich die Bakterien im Plaque gegenseitig schützen. Erst wenn der Biofilm aufgebrochen ist, könne das Antibiotikum wirken.

Der Test zur Bestimmung der Bakterienkultur wird nicht von den Krankenkassen übernommen und kostet etwa 65 Euro. Die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie empfiehlt den Test im Rahmen der Parodontitis-Behandlung. Nicht nur Resistenzen sondern auch Nebenwirkungen wie etwa eine Clostridium-difficile-assoziierte-Diarrhoe könnten seltener werden. Vor allem Amoxicillin und Clindamycin zählen zu den Verursachern des potentiell lebensbedrohlichen Durchfalles.

Der Namensgeber des van-Winkelhoff-Cocktails warnt ebenfalls vor einer unreflektierten Antibiotika-Gabe. Angesichts steigender Resistenzen empfiehlt er den verstärkten Einsatz mikrobiologischer Analysen.

APOTHEKE ADHOC Debatte