Kontrazeptiva

Valette/Velafee: Geänderte Fachinfo Nadine Tröbitscher, 21.04.2017 13:38 Uhr

Berlin - Präparate mit Dienogest/Ethinylestradiol werden auch zur Behandlung von Akne eingesetzt. Nachdem die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) die Kombination im Februar bezüglich des Nutzen-Risiko-Verhältnisses neu bewertet hat, müssen nun die Beipackzettel angepasst werden.

Ausschlaggebend für die Neubewertung war ein Antrag der britischen Arzneimittelbehörde MHRA. Die Verantwortlichen sahen die Sicherheit der Patientinnen in Gefahr. Die Experten kamen jedoch zu dem Ergebnis, dass das Nutzen-Risiko-Verhältnis für die Kontrazeptiva im Rahmen einer Aknetherapie weiterhin als positiv bewertet werden kann – jedoch unter Beachtung der Einschränkungen.

Orale Kontrazeptiva mit 2 mg Dienogest und 0,03 mg Ethinylestradiol sollen künftig nur noch Frauen verordnet werden, die ohnehin mit der Pille verhüten. Die Hormonkombination soll dabei nur als Reserve eingesetzt werden, wenn eine topische Behandlung und eine orale Therapie mit einem Antibiotikum unzureichend waren.

Andere Kontrazeptiva hätten ein höheres Risiko für eine Venenthrombose, so die Experten der europäischen Behörde. Die Datenlage sei zwar noch unzureichend, man würde jedoch neue Ergebnisse abwarten. Patienten seien daher dazu angehalten, während der Behandlung mit den entsprechenden Kontrazeptiva auf erste Anzeichen und Warnsignale einer Thrombose zu achten.

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