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Masern-Infektionen

WHO appelliert an Eltern

dpa, 02. März 2009, 16:12 Uhr

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Kopenhagen/Mainz -

Vor dem Hintergrund größerer Masernausbrüche in Europa fordert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zügig neue Impfprogramme. Das Europabüro der WHO in Kopenhagen warnte vor einer verstärkten Ausbreitung der Masern als hochgradig ansteckende Krankheit, da viele Kinder entweder überhaupt nicht geimpft sind oder nicht die erforderliche zweistufige Impfung erhalten haben.

In den vergangenen zwölf Monaten seien in Europa 8145 Masernfälle gemeldet worden. 86 Prozent davon entfielen auf nur sechs westeuropäische Länder (Deutschland, Italien, Österreich, Schweiz, Spanien und Vereinigtes Königreich) sowie Israel. Paradoxerweise hätten Kinder in den wohlhabenderen Ländern Europas ein höheres Infektionsrisiko. Als Grund für den Rückgang der Impfraten in medizinisch gut versorgten westeuropäischen Ländern nannte die WHO eine „ideologisch begründete Skepsis“ gegen Impfungen sowie den Erfolg früherer Impfprogramme.

Masern können ernste Komplikationen wie Lungenentzündung und Gehirnentzündung nach sich ziehen und sogar zum Tod führen. So wurden im Zeitraum 2005 bis 2008 in der Region insgesamt 25 durch Masern bedingte Todesfälle gemeldet. Von den insgesamt 2195 gemeldeten Fällen im Jahr 2008 kam es 500 Mal zu Komplikationen. In bis zu 98 Prozent aller Fälle waren die erkrankten Kinder nicht oder nur unvollständig geimpft, meist aufgrund der Entscheidung ihrer Eltern.

In Deutschland wollen Experten erstmalig im Rahmen der „1. Nationalen Impfkonferenz“ mit einer gemeinsamen Strategie die Vorbeugung vor Infektionskrankheiten verbessern. Dazu treffen sich Anfang März Vertreter aus Wissenschaft, Ärzteschaft, Politik, Wirtschaft und öffentlichem Gesundheitsdienst in Mainz. Die Konferenz will sich auf eine gemeinsame Impfstrategie verständigen und Empfehlungen etwa für Eltern formulieren.

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