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Biowaffen

Terrorabwehr vor Wissenschaft

dpa, 18. Februar 2012, 12:25 Uhr

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Berlin -

Aus Angst vor Bioterroristen sollen Forschungen mit einem extrem gefährlichen künstlich erzeugten Erreger der Vogelgrippe vorerst weiter blockiert werden. Darauf verständigten sich am Freitag in Genf internationale Experten bei einem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) organisierten Treffen.

Zugleich sprachen sich die 22 Wissenschaftler, Vertreter der Industrie und von Regierungen sowie Bioethiker dafür aus, die aus Forschungen mit in Labors erzeugten Viren des Vogelgrippen-Typs H5N1 bislang gewonnenen Erkenntnisse nicht vollständig zu veröffentlichen. Dagegen sollen Forschungen mit natürlich vorkommenden Vogelgrippe-Erregern fortgesetzt werden. Ziel ist die Entwicklung eines Impfstoffs.

„Angesichts der hohen Todesrate – 60 Prozent der infizierten Menschen sterben – haben alle Teilnehmer die große Sorge der Wissenschaft und die Notwendigkeit eines besseren Verständnisses betont“, sagte der stellvertretende WHO-Generaldirektor Keiji Fukuda.

Die USA und andere Länder hatten Ende 2011 Forschungseinrichtungen in Amerika und den Niederlanden, die mit künstlichen H5N1-Viren experimentierten, zu einer Unterbrechung ihrer Tätigkeit sowie zum Verzicht auf die Veröffentlichung ihrer Ergebnisse aufgerufen. Als Grund wurde die Befürchtung genannt, dass Terroristen anhand der Forschungsergebnisse die hochansteckenden Viren in Labors erzeugen und damit Biowaffen bauen könnten.

Die Forscher hatten einem zweimonatigen Moratorium zugestimmt. Bei dem Genfer Treffen wurde kein konkreter Zeitrahmen für die Fortsetzung des Moratoriums vereinbart. Es bestehe Konsens, dass die Forschungen und die Bereitstellung der gewonnenen Erkenntnisse für die Fachwelt wichtig zur Bekämpfung der Vogelgrippe seien, erklärte Fukuda. Zugleich aber müsse die Biosicherheit gewährleistet werden. Die WHO werde auf der Suche nach einer Lösung weitere Expertenrunden anberaumen.

Die Labor-Viren waren von Forschern der Erasmus Universität in Rotterdam und der Universität von Wisconsin-Madison hergestellt worden. Beide Teams entdeckten, dass es nur weniger Mutationen bedurfte, um den tödlichen Erreger unter Säugetieren – Menschen eingeschlossen – hochansteckend zu machen.

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