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Arzneimittelfälschungen

Tablettenscanner für die Handtasche

Yvette Meißner, 29. Juni 2010, 10:27 Uhr

  • Echt oder gefälscht? Ein tragbarer Scanner soll die Qualität von Arzneimitteln überprüfen.Foto: T-Ray Science
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Berlin -

Wer Zweifel an der Qualität seiner Arzneimittel hat, könnte schon bald Abhilfe bekommen: Die kanadische Firma T-Ray Science hat einen Prototypen für einen Scanner für Medikamente entwickelt, der Fälschungen von Originalen unterscheiden können soll.

Mit Hilfe von Terahertzstrahlen prüft der tragbare Detektor Tabletten und andere feste Arzneiformen auf ihre Echtheit, ohne sie dabei zu zerstören. Die wenige Minuten dauernde Messung vergleicht dabei die zu analysierende Arzneiform mit einer Referenztablette. Bei dem Gerät mit dem Namen Authenticare handele es sich um eine Art Mini-Spektrometer, so Thomas Braun, Chef von T-Ray Science, gegenüber APOTHEKE ADHOC.

Damit für die Analyse nicht immer eine Referenztablette vorhanden sein muss, will das Unternehmen gemeinsam mit der Pharmaindustrie eine Datenbank einrichten. Darin sollen dann vor allem Informationen solcher Arzneimittel gespeichert werden, die häufig gefälscht werden.

Authenticare erstellt mittels Terahertzstrahlen einen spektralen Fingerabdruck, der für jedes Arzneimittel spezifisch ist. Mit der Strahlung, die im elektromagnetischen Spektrum zwischen Infrarot- und Mikrowellenstrahlen liegt, können Tabletten, Kapseln oder Dragees eindeutig identifiziert werden. Die Arzneiform selbst wird dabei nicht verändert, weil Terahertzstrahlen energiearm und nicht ionisierend sind.

Um die Messungen auszuwerten, wird das Gerät an einen Computer angeschlossen. In den kommenden Monaten sollen zehn Prototypen im Feldversuch validiert werden. Die Markteinführung ist für das kommende Jahr geplant.

Zu den Interessenten zählten Apotheken, die pharmazeutische Industrie, Ermittlungsbehörden oder auch Verbraucher, so Braun. Der Verkaufspreis soll bei 12.500 US-Dollar liegen. Damit werde das Gerät 75 Prozent weniger kosten als bereits existierende Detektoren. Ziel sei es, den Scanner auch in afrikanischen, asiatischen und lateinamerikanischen Ländern erschwinglich zu machen, da dort der Bedarf am größten sei.

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