Zusammenschluss

Biotest verhandelt mit Chinesen dpa, 30.03.2017 10:45 Uhr

Dreieich - Das Biotechunternehmen Biotest könnte bald einen chinesischen Eigentümer haben. Der Konzern stehe in Verhandlungen mit der Investmentgruppe Creat Group Corporation (Creat) über einen Zusammenschluss, teilte Biotest am Mittwochabend in Dreieich mit. Angestrebt werde ein möglicher Angebotspreis von 28,50 Euro je Stammaktie und 19 Euro für die stimmrechtslosen Vorzugsaktien. Dies entspräche einem Kaufpreis von 940 Millionen Euro. Das Angebot ist ein weiterer Beleg für das starke Interesse an deutschen Unternehmen aus Fernost.

Vorstand und Aufsichtsrat von Biotest begrüßten die Verhandlungen mit dem Investor, da eine Fusion nötige Finanzierungen von Produkten und Fertigung unterstütze. Die Gespräche dauerten noch an, und es gebe keine Garantie für ein Angebot in dieser Form.

Creat lockt demnach mit weitreichenden Zusagen. So will der Investor die Zentrale in Dreieich sowie Firmennamen, Marken und Produktbezeichnungen belassen, hieß es. Zudem werde er an geltenden Betriebsvereinbarungen, Tarifverträgen und der betrieblichen Mitbestimmung festhalten. Dies soll in einem Vertrag über fünf Jahre vereinbart werden. Creat sei ein langfristig orientierter strategischer Investor, der die Absicht habe, die Firma entsprechend der „Planungen des Managements weiterzuentwickeln“.

Chinesische Firmen haben ihre Zukäufe im Vorjahr vervielfacht. So übernahm der Hausgerätehersteller Midea den deutschen Roboterbauer Kuka. Im Visier stand zudem der Maschinenbauer Aixtron, bei dem der Kauf jedoch an Sicherheitsbedenken der USA scheiterte. Deutschland, Frankreich und Italien fordern ein stärkeres Vetorecht in Europa zum Schutz von Hightech-Firmen vor Übernahmen.

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