Beratung

Studie: Apotheker verschweigen Preise APOTHEKE ADHOC, 17.04.2012 11:03 Uhr

Berlin - Apotheker fragen in Beratungsgesprächen nur selten, wie viel der Kunde für ein OTC-Arzneimittel ausgeben möchte. Das ist das Ergebnis einer europäisch angelegten Studie des internationalen Beratungsunternehmens Simon-Kucher & Partners. In München, Paris, Mailand, Madrid und London müssen Kunden demnach aktiv nach günstigeren Alternativen fragen, außerdem sind in drei von vier Offizinen die Preise nicht klar erkennbar.

Das Unternehmen hatte im August und September 2011 in Eigenregie Mystery-Shopper in Apotheken geschickt, pro Großstadt wurden rund 30 Apotheken besucht. Außerdem wurden die Preise von insgesamt fünf britischen und deutschen Versandapotheken betrachtet.

Die Testkäufer fragten nach einem Präparat gegen Migräne und einem Präparat gegen Durchfall. Bei Migräne-Arzneimitteln empfohlen mehr als 60 Prozent der Apotheken besonders gängige Präparate, bei Medikamenten gegen Durchfall waren es sogar mehr als 70 Prozent. Besonders günstige Medikamente wurden jeweils in weniger als 20 Prozent der Fälle empfohlen.

Fragte der Kunde aktiv nach Arzneimitteln im Niederigpreissegment, wurde ihnen in 66 Prozent der Fälle ein günstigeres Präparat angeboten. Zu einer kleineren Packung der Topmarke rieten nur 1 Prozent der Apothekenmitarbeiter.

Das Fazit des Beratungsunternehmens, zu dessen Kunden auch Pharmahersteller gehören: Hersteller von Niedrigpreisarzneimitteln haben es schwer, wahrgenommen zu werden. Gleichzeitig müssten Anbieter von Topmarken die Rabatte in Apotheken beobachten: Starke Nachlässe von bis zu 35 Prozent unter dem empfohlenen Abgabepreis gefährdeten das Markenimage.

 

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Ältere Kommentare lesen 6 Kommentare
  • 17.April 2012, 16:54Uhr
    Community Mitglied

    #610 Dinge, ...

    ...die die Welt nicht braucht: Platz 3!

  • 17.April 2012, 15:13Uhr
    Community Mitglied

    #5die spinnen die mystery shopper

    die haben bestimmt nur primary buisness solutions executive assistants losgeschickt, neuenglisch für azubi. in china ist ein sack reis umgefallen, beinah.

  • 17.April 2012, 15:07Uhr
    Community Mitglied

    #4So könnte ein Dialog bei Simon Kucher & Partner abgelaufen sein

    MA: Chef, ich habe jetzt die Daten der Apothekenstudie aufbereitet. Chef: Und? Was ist rausgekommen? MA: Naja, das Beratungsverhalten war in den verschiedenen Ländern durchaus unterschiedlich aber zufriedenstellend. Chef: Das ist mir zu wenig,! Eine Schlagzeile brauchen wir! "Apotheker fressen kleine Kinder" wäre gut! Können wir das schreiben? MA: Ich fürchte nein, Chef. Chef: Zum Donnerwetter nochmal! Wofür bezahle ich sie? Setzen sie sich auf ihre 4 Buchstaben und liefern sie mir einen Aufmacher! Ich gebe ihnen noch Zeit bis 1300, dann muss ich mit Fräulein K. auf den Golfplatz! MA: *seufzt* Ein sich durchziehendes Muster habe ich aber gefunden: Sie haben durch die Bank bekannte Marken empfohlen und haben über Produkteigenschaften und Kundennutzen viel lieber gesprochen als über den Preis! Chef: Na gut, dann schreiben sie: "Studie: Apotheker verschweigen Preise!" - Besser als nichts!

  • 17.April 2012, 15:02Uhr
    Community Mitglied

    #3Endlich!

    Auf die Studie hat die Menschheit gewartet. Danke KSK alias ADGC etc.

  • 17.April 2012, 12:48Uhr
    Community Mitglied

    #2am besten ...

    ...Arzneimittel anzubieten,wenn es überhaupt nicht kostet.dann ist die Welt in ordnung

  • 17.April 2012, 12:04Uhr
    Community Mitglied

    #1 DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER

    ... da lobe ich meinen arzt, der sagt mir gar nicht, was er macht b.z.w. ich erfahre es erst mit der rechnung. auch mein klempner überrascht mich immer wieder gern mit erstaunlichen rechnung - von meiner autowerkstatt ganz zu schweigen. darum bin ich sehr begeistert, dass ich an den pranger gestellt werde. hat schon mal jemand untersucht, warum die kunden gern das teurere präparat möchten, wenn es um rezepte geht? quatsch..wie komme ich jetzt darauf?