Bad Langensalza

Posse um Notdienstplan APOTHEKE ADHOC, 19.05.2017 14:28 Uhr

Berlin - Und wieder einmal bekommen die Apotheken öffentlichen Ärger wegen eines unzufriedenen Kunden im Notdienst: Im thüringischen Bad Langensalza musste ein Mann für die Medikamente seiner Enkelin nach eigenem Bekunden zwei Stunden fahren. Die Thüringer Allgemeine hat den Fall aufgegriffen, bei der Kammer staunt man darüber.

Per Leserbrief beschwerte sich der Mann, dass am vergangenen Sonntag keine Apotheke in seinem Wohnort Bad Langensalza geöffnet hatte. Das war tatsächlich so, ist im Einzelfall misslich, entspricht aber den Kriterien der Landesapothekerkammer. Denn wichtig ist nicht, wie der Ort heißt, in dem ein Apotheker den Wochenenddienst versieht, sondern wie weit die nächste geöffnete Apotheke entfernt liegt.

Janine Weiß von der Kammer erklärt das Prozedere: „Ein Gebietsvertrauensapotheker erstellt in Absprache mit den Apotheken der Region den Dienstplan.“ Laut Vorgaben ist es für Patienten zumutbar, eine Wegstrecke bis zu 15 Kilometer zurückzulegen. Wenn nun keine der vier Apotheken in Bad Langensalza Bereitschaft habe, müssten die Patienten eben je nach Dienstplan nach Tennstedt, Herbsleben, Kirchheilingen, Gottern oder Tonna fahren.

Ein Apothekenmangel gibt es in der Region nicht. Die Krankenhäuser erhalten rechtzeitig alle Informationen bezüglich am Wochenende geöffneter Apotheken. Da der Betroffene im Krankenhaus offensichtlich eine falsche Auskunft erhalten hatte, stand er in Großengottern vor verschlossener Tür – planmäßig, die Apotheke hatte schließlich keinen Dienst.

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