Infektionskrankheiten

Mehr Aids-Fälle bei Schwulen dpa, 20.07.2012 09:15 Uhr

Berlin - Das HIV-Risiko unter homosexuellen Männern bleibt nach einer neuen Studie in vielen Regionen unkontrollierbar. Unter Männern, die Sex mit Männern haben, breite sich die Epidemie in den meisten Ländern weiter aus – unabhängig vom Wohlstand, schreiben US-Forscher vor dem Start des Welt-Aids-Kongresses am 22. Juli in Washington im Fachjournal „Lancet“.

Hauptgrund sei die sexuelle Praktik des Analverkehrs. Ohne Kondom sei das Risiko einer HIV-Übertragung dabei rund 18 Mal größer als bei ungeschütztem Vaginalverkehr, berichten die Forscher. Weitere Gründe für das hohe HIV-Risiko bei Schwulen seien häufige Partnerwechsel und die wechselnden Rollen beim Geschlechtsakt. Groß sei die Gefahr vor allem bei der empfangenden Position.

Die Übertragungen des Virus hätten aber auch noch eine molekularbiologische Ursache. Unter homosexuellen Männern kämen häufiger gefährlicher Ausprägungen des HI-Virus vor als in anderen Bevölkerungsggruppen. Deshalb empfehlen die Forscher ein Nachdenken darüber, ob antivirale Substanzen bei Schwulen nicht auch zur Prävention und Prophylaxe eingesetzt werden sollten. In den USA war das Medikament Truvada (Emtricitabin/Tenofovir) erst kürzlich zur vorbeugenden Einnahme zugelassen worden.

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