Ludwigshafen

Unzufriedener Patient löst Großeinsatz aus dpa, 14.07.2017 22:31 Uhr

Ludwigshafen - Aus Ärger über seinen Arzt hat ein Mann in Ludwigshafen mit Drohungen einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Die von einer Zeugin alarmierten Polizisten hielten es am Freitag zwischenzeitlich auch für möglich, dass der 27-Jährige einen Sprengstoffgürtel hatte – das stellte sich als falsch heraus. Der unter Drogeneinfluss stehende Mann wurde laut Polizei viereinhalb Stunden nach dem Alarm wegen seines auffälligen Verhaltens gefasst und gestand die Drohungen. Auf die Frage nach dem vermeintlichen Sprengstoffgürtel erklärte er, es habe sich um sein Mobiltelefon mit Kopfhörerkabel gehandelt. Nach Angaben eines Polizeisprechers bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr.

Der wegen Gewalt-, Betäubungsmittel- und Diebstahldelikten bekannte 27-Jährige wurde nach den polizeilichen Maßnahmen entlassen. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten eingeleitet. Laut Polizei waren wegen des Vorfalls rund 200 Beamte im Einsatz, ein Krankenhaus war vorübergehend gesperrt worden. Worüber genau der Mann sich aufgeregt hatte, wurde nicht mitgeteilt.

In der Vergangenheit hatte es in der Chemiestadt bereits mehrfach Angriffe auf Ärzte gegeben: 1999 hatte ein Mann aus Ärger über eine Nasenoperation den HNO-Chefarzt des Klinikums Ludwigshafen erschossen. 2003 erschoss ein 69-Jähriger in Ludwigshafen seine Ehefrau und zwei Ärzte, bevor er sich selbst tötete.

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