Lebensmittelkonzerne bringen Diabetes dpa, 27.06.2012 09:09 Uhr
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Böser alter Mann: Weil Lebensmittelkonzerne wie Nestlé und Coca Cola sich ausbreiten, steigen laut Forschern die Gesundheitsrisiken in Entwicklungsländern.Elke Hinkelbein
Berlin - Die Ausbreitung großer Lebensmittelkonzerne in ärmeren Ländern trägt dort einer Studie zufolge stark zu Fettleibigkeit und chronischen Krankheiten bei. Der Konsum von gesüßten Erfrischungsgetränken und verarbeiteten Lebensmitteln nehme in solchen Staaten rapide zu. Damit steige auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes 2, warnen die Forscher aus Großbritannien, Indien und den USA im Online-Journal „PLoS Medicine“.
Neben Tabak und Alkohol zählen verarbeitete Lebensmittel und Erfrischungsgetränke wegen ihres hohen Gehalts an Zucker, Salz oder Fett zu den wichtigsten Risikofaktoren für viele chronische Krankheiten. Lange Zeit dachten Forscher, der steigende Konsum solcher Produkte in Entwicklungs- und Schwellenländern hänge in erster Linie mit zunehmendem Wohlstand zusammen. Das Team um den Soziologen Dr. David Stuckler von der Universität Cambridge überprüfte die Theorie nun mit Hilfe offizieller Verkaufsdaten. Für bis zu 80 Länder analysierte es die Entwicklung der vergangenen Jahre und Marktprognosen bis 2016.
Ergebnis: Der Konsum von verarbeiteten Lebensmitteln und Erfrischungsgetränken steigt in Entwicklungs- und Schwellenländern oft sogar schneller als früher in den Industrieländern. Ursache dieses Trends sind jedoch weniger die steigenden Einkommen in den Ländern, sondern vor allem die verstärkte Präsenz internationaler Lebensmittelkonzerne wie etwa Nestlé, Kraft, Pepsi oder Danone.
Diese seien in vielen Schwellenländern inzwischen ähnlich stark vertreten wie in den Industriestaaten, schreiben die Forscher. So steige etwa der Konsum von gesüßten Erfrischungsgetränken wie Cola oder Limonade besonders rapide in Vietnam und Indien, gefolgt von Ägypten, China, Tunesien, Kamerun und Marokko.
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