Gütersloh

Apotheker stirbt – und mit ihm die Apotheke Torsten Bless, 15.07.2017 09:15 Uhr

Berlin - Aus in Gütersloh: Im Jahr 1982 eröffnete Mohamed Azem seine Apotheke in der Spiekergasse. Anfang Juni starb er im Alter von 76 Jahren. Die Suche nach einem Nachfolger scheiterte. Die langjährigen Mitarbeiter müssen den Betrieb nun auflösen.

Schon zu Lebzeiten hatte der gebürtige Palästinenser alle Hebel in Bewegung gesetzt, um einen Nachfolger zu finden. Mit seinem Tod erlosch automatisch die Betriebserlaubnis für die Apotheke. Eine Pharmazeutin aus einer anderen Stadt hatte noch bis vor Kurzem ihr Interesse bekundet, doch kurz vor Vertragsabschluss sprang sie ab. „Wir hatten uns schon gefreut, dass es hier weitergehen sollte, sie können sich sicher vorstellen, wie es uns dann ging“, sagt eine Mitarbeiterin aus dem Team.

Zwar sei sie selbst approbiert, doch komme sie als Nachfolgerin nicht infrage: „Ich habe schon graue Haare, mir fehlt nicht mehr viel zum Ruhestand.“ Da die in der Apotheke lagernden Medikamente und Gefahrstoffe keinem Apotheker mehr gehörten, blieb der Gesundheitsbehörde keine andere Wahl, als den Betrieb dicht zu machen. Die Erben hätten die Suche nach einem Nachfolger aufgegeben. „Die letzten vorbestellten Medikamente sind schon abgeholt worden, nur einer Kundin, die wohl im Urlaub ist, telefonieren wir noch hinterher“, erzählt die Mitarbeiterin.

Derzeit seien sie und ihre Kolleginnen nur noch mit Ausräumen beschäftigt. „Die Medikamente wird der Großhändler zurücknehmen, mit dem üblichen Abschlag. Die abgelaufenen Arzneimittel und die Chemikalien werden fachgerecht entsorgt, da haben wir hier in der Gegend entsprechende Firmen.“ Das Mobiliar lande wohl auf dem Sperrmüll. Unter Zeitdruck stünden sie nicht. „Aber wir wollen bald fertig werden, damit ein möglicher neuer Nachmieter die Räume schnell übernehmen kann.“

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